Arbeitsrecht

Tattoo als Einstellungs-Hindernis?

Dürfen Bewerber mit Tattoos von Arbeitgebern abgewiesen werden? Diese Frage stellte sich bei einem Bewerber für den Polizeidienst, der wegen zwei  großflächigen Tatoos auf den Armen nicht eingestellt werden sollte. Doch das Verwaltungsgericht Aachen sah dies anders.

Vorliegend hatte der Bewerber zwei großflächige Tattoos, die jeweils von den Schultern bis zu den Unterarmen reichten. Das zuständige Landesamt für die Polizeiausbildung hatte ihn abgewiesen. Die Behörde begründete das damit, dass diese beim Tragen von Sommeruniformen wahrgenommen werden können.

©-Thomas-Jansa-Fotolia

Nach einem Erlass des NRW-Innenministeriums seien keine sichtbaren Tattoos gestattet. Doch der angehende Polizist nahm das nicht hin und klagte.

Das Verwaltungsgericht Aachen entschied mit Urteil vom 29.11.2012 (Az. 1 K 1518/12), dass kein Einstellungshindernis vorlag. Der Bewerber wurde hierdurch in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt. Dieses Grundrecht darf nur eingeschränkt werden, soweit dies die Funktionsfähigkeit der Polizei erfordert. Diese wird nicht durch zwei großflächige Tattoos eingeschränkt. Es gibt nach Auffassung der Richter mildere Mittel: Der Bewerber könne beispielsweise von seinem Dienstherrn zum durchgängigen Tragen von Hemden mit langen Ärmeln. verpflichtet werden.

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Michael Beuger ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE. Er hat sich auf die Beratung mittelständischer Unternehmen aus der Bau-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Werbebranche in allen wichtigen Wirtschaftsfragen, spezialisiert.

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