Arbeitsrecht

Tarifverhandlung der Filmschaffenden erfolglos

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen und ver.di konnten sich auch in der 2. Runde der Tarifverhandlungen nicht einigen. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft habe es keine befriedigenden Angebote seitens der Produzentenallianz gegeben.

Ver.di fordert, dass die wöchentlichen Gagen um einen Sockelbetrag von 50 € und 3,5 % für auf Produktionsdauer beschäftigte Filmschaffende steigen sollen.

Für die Produzenten kommt eine Tariferhöhung frühestens ab Juli 2012 in Frage. Das Einlenken ver.dis, über eine Gesamtlaufzeit von 24 Monaten für den Gagen- und Manteltarifvertrag zu verhandeln, wenn ab 2013 in sogenannten Tarifpflege-Gesprächen über nötige Änderungen am Tarifwerk gesprochen werde, scheiterte daran, dass die Produzenten für die Gesamterhöhung der Gagen über diese Laufzeit keine Angebot nennen konnten. Die Verhandlungen wurden daraufhin unterbrochen und gehen am 21. November in die dritte Runde.

Nach Ansicht der Produzentenallianz seien die Forderungen für Filmschaffende überhöht, gerade im Vergleich zu den Tarifabschlüssen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Die ver.di-Verhandlungskommission wies einen Vergleich mit der Tarifentwicklung in den Rundfunkhäusern zurück, da bei den Filmschaffenden oft nur sehr kurzzeitige Beschäftigungsverhältnisse und in vielen Punkten deutlich andere Arbeits- und Tarifbedingungen gegeben seien.

„Noch lässt sich nicht bewerten, ob die Produzenten zu einer für die Filmschaffenden befriedigenden Tariferhöhung bereit sind. Mit unseren Tarifforderungen schauen wir auf die Bedürfnisse der Filmschaffenden, die als absolute Spezialisten, kurzfristig und hochflexibel eingesetzt werden. Die Kolleginnen und Kollegen am Filmset und in der Postproduktion stehen aber immer auch mit einem Bein in der Prekarität und damit vor der Überlegung, der Filmbranche den Rücken kehren zu müssen. Wir können bisher nicht erkennen, ob die Produzenten das verstanden haben“, so ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

Der Tarifausschuss bereitet sich nun auf eine umfangreichere und damit wohl längere Tarifrunde vor. Darin müsste auch über weitere materielle Verbesserungen in den allgemeinen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen verhandelt werden, so die Meldung von ver.di weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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