Altersverifikationssystem bei Onlinespielen

Bei Medien die ausschließlich digital vertrieben werden, gelten die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV). Die Alterskennzeichnung durch die USK entfällt. Stattdessen gilt der Grundsatz der regulierten Selbstregulierung“ der Anbieter.
Im folgenden Beitrag sollen die Grundlagen und Auswirkungen dieser Selbstverantwortung überblicksweise skizziert werden.

Selbstregulierung

Selbstregulierung bedeutet, dass Anbieter selbst eine Prüfung auf mögliche entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte durchführen müssen. Anschließend müssen sie die entsprechend notwendigen Jugendschutzmaßnahmen treffen. Art und Umfang dieser Selbstregulierung sind ihrerseits bestimmt (reguliert) worden. Ein Verstoß gegen die Selbstregulierung kann durch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) geahndet werden.

Mögliche Jugendschutzmaßnahmen

Es gibt mehrere mögliche Umsetzungen für notwendige Jugendschutzmaßnahmen. So können z.B. zeitliche Beschränkungen gewählt werden. Dabei sind die entsprechenden Inhalte nur zu bestimmten Uhrzeiten abrufbar. Grundsätzlich gelten dabei folgende Zeitfenster:

– Inhalte „ab 16“ von 22-6 Uhr,
– Inhalte „ab 18“ von 23-6 Uhr.

Alternativ können technische Schutzmaßnahmen getroffen werden. Diese können wahlweise durch ein Altersverifikationssystem (AVS) im Vorfeld geschehen (sog. „Vorschaltung“), oder ein anerkanntes Jugendschutzprogramm einbinden.

Altersverifikationssysteme (AVS)

Ein AV-System besteht aus in zwei Phasen. Im ersten Schritt wird das Alter des Nutzers sicher festgestellt. Dazu werden zumeist Verfahren wie z.B. „PostIdent“ genutzt. Der Nutzer muss sich dabei persönlich ausweisen. Alternativ kann die Altersüberprüfung auch nicht-persönlich (z.B. online mit dem elektronischen Personalausweis) erfolgen. Sie muss dabei jedoch ebenso sicher sein, wie eine persönliche Kontrolle.

Im zweiten Schritt wird bei jedem Zugriff auf kritische Inhalte überprüft, ob sich der Nutzer bereits im ersten Schritt ausgewiesen hat. Nur wenn diese Prüfung erfolgreich ist, kann er auf die eigentlichen Inhalte zugreifen.

Ob ein AV-System den Kriterien des Jugendschutzes gerecht wird, ist nicht immer klar. Verschiedene AV-Systeme wurden aber bereits durch die KJM und FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) überprüft und mit einem Prüfsiegel ausgezeichnet.

Programmierung für Jugendschutzprogramme

Alternativ zu einem AV-System, können bestimmte Inhalte auch technisch mit einer Alterskennzeichnung versehen werden. Von der KJM anerkannte Jugendschutzprogramme können diese Alterskennzeichnung auslesen und bei Bedarf entsprechend blockieren.

Bisher anerkannte Jugendschutzprogramme sind die „Kinderschutzsoftware“ der Deutschen Telekom AG und das „Jugendschutzprogramm“ des JusProg e.V.

Diese Methode ist aus Sicht des Jugendschutzes jedoch nicht für alle Inhalte ausreichend. So können seit dem Juli 2013 zwar auch Inhalte „ab 18“ auf diese Art gekennzeichnet werden. Dies gilt aber nicht für die sogenannten „unzulässigen Inhalte“, wie z.B. Pornographie.

Individuelle Beratung

Die Erstellung und Umsetzung eines rechtssicheren Jugendschutzkonzepts ist nicht immer einfach. Hier ist professionelle Beratung oftmals unersetzlich. Das beginnt schon bei der Selbsteinschätzung der angebotenen Inhalte. Doch auch wenn man das für sich richtige Jugendschutzkonzept gefunden hat, kann dieses nicht immer überall problemlos umgesetzt werden. Auch Kosten und Arbeitsaufwand müssen in einem stimmigen Gesamtkonzept mit bedacht werden.


Nur durch eine vorherige Prüfung lassen sich negativ Folgen vermeiden. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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