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Yoko Ono vs Hamburger Yoko-Mono-Bar – Lennon-Witwe erzwingt Namensänderung

Die “Yoko Mono Bar” im Hamburger Karolinenviertel muss nach 17 Jahren ihren Namen ändern. Yoko Ono, Witwe der im Jahre 1980 erschossenen Beatles-Legende John Lennon, erwirkte vor dem Landgericht Hamburg erfolgreich eine einstweilige Verfügung auf Namensänderung. Der Name “Yoko Mono Bar” sei dem Namen der Witwe zu ähnlich, so das Hamburger Landgericht.

Yoko Ono – By Marcela Cataldi Cipolla (Own work) CC BY 3.0

Nach über 17 Jahren, in denen sich die “Yoko Mono Bar” zu einer Szene-Kneipe im Hamburger Karolinenviertel entwickeln konnte, wird der Gastronom Nima Garous-Pour wohl nicht schlecht gestaunt haben, als er erfuhr, dass die Lennon-Witwe Yoko Ono vor dem Landgericht Hamburg auf Änderung des Bar-Namens klagte.

 Imagine there´s no Yoko Mono Bar

Yoko Ono, die immer noch im Dakota Building in New York lebt, also in dem Haus, vor dem John Lennon 1980 ermordet wurde, wurde bei der Durchsetzung ihres Anliegens durch eine Anwaltskanzlei aus dem nordrhein-westfälischen Düsseldorf unterstützt. Die japanisch-amerikanische Künstlerin Yoko Ono sah sich durch die Bezeichnung des Gastronomiebetriebes in ihren Rechten verletzt. Der Name “Yoko Mono Bar” sei ihrem eigenen Namen zu ähnlich und dürfe nicht ohne ihr Einverständnis zu gewerblichen Zwecken genutzt werden.

Das LG Hamburg bestätigte nun Yoko Onos Rechtsansicht und erließ eine entsprechende einstweilige Verfügung (LG Hamburg 18. Zivilkammer, Beschluss vom 12.07.2017, 318 O 195/17). Laut der Verfügung darf Barbesitzer Garous-Pour den Namen “Yoko Mono Bar” nicht weiter nutzen. Im Falle einer erneuten Nutzung droht ihm eine Strafzahlung in Höhe von 250.000 Euro.

LG Hamburg bestätigt Verwechslungsgefahr – Bar-Besitzer wehrt sich

Der Anwalt des Hamburger Gastronomen ist davon überzeugt, dass von einer Verwechslungsgefahr nicht ausgegangen werden könne und dementsprechend Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung eingelegt werden würde. Der Yoko-Mono-Bar-Besitzer bzw. aktuell nur noch Mono-Bar-Besitzer hatte zunächst den Namensbestandteil “Yoko” überklebt und sich so an das gerichtliche Verbot der Namensnennung gehalten, sich dann aber doch für eine weitere Verteidigung entschieden.

Aus rechtlicher Sicht bleibt abzuwarten, ob und wie die Hamburger Gerichte mit dem Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung umgehen werden. Klar hingegen ist mittlerweile, dass eine andere rechtliche Einschätzung für den Betrieb der “Yoko Mono Bar” in aktueller Form nicht weiter von Belang ist. Nima Garous-Pour, der Betreiber der Bar, hat den Gastronomiebetrieb vor kurzem geschlossen. Grund dafür sei jedoch nicht eine möglicherweise nötige Namensänderung. Vielmehr sollen jahrelange Streitigkeiten zwischen Garous-Pour und dem Vermieter der Räumlichkeiten dazu geführt haben, dass der Mietvertrag gekündigt wurde und der Barbetrieb eingestellt werden musste.

nha


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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