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Wie betrunken dürfen Radfahrer sein?

Wer trinkt und Auto fährt riskiert seinen Führerschein. Das wissen die meisten und lassen das Auto stehen. Beim Fahrradfahren sind viele jedoch nicht so vorsichtig und vergessen dabei, dass auch derjenige, der stark alkoholisiert Fahrrad fährt seinen KFZ Führerschein verlieren kann.

Bei 1,6 Promille ist für Radfahrer die Grenze erreicht

Nach § 316 Strafgesetzbuch (StGB) wird bestraft, wer im Verkehr „ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen.“ Für Pkw-Fahrer gilt dafür eine Grenze von 0,5 Promille beziehungsweise 1,1 Promille für die absolute Fahruntüchtigkeit.

Für Radfahrer sind die Promille Grenzen nicht so streng. Sie dürfen bis zu 1,5 Promille im Blut haben und noch fahren. Allerdings nur, wenn sie auch tatsächlich noch fahrtüchtig sind. Wer mit 1,3 Promille auf sein Rad steigt und Schlangenlinien fährt und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, riskiert ein Bußgeld und eine Strafanzeige. Ab 1,6 Promille gelten Fahrer als absolut fahruntüchtig und müssen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Dazu zählen Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe von meist einem Nettomonatsgehalt. Zudem wird nach Feststellung der absoluten Fahruntüchtigkeit häufig eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet. Unter Umständen führt das Ergebnis der Untersuchung zu einem Entzug des Führerscheins.

Realistische Selbsteinschätzung ist wichtig

Die Deutsche Verkehrswacht fordert strengere Promille Grenzen für Radfahrer.

Wie schnell man die Promille-Grenze erreicht, hängt vor allem von Geschlecht, Gewicht und Größe ab. Der Körper baut in einer Stunde lediglich 0,1 Promille Alkohol ab. Jeder Radfahrer sollte sich und den anderen Verkehrsteilnehmern zuliebe realistisch einschätzen und das Fahrrad, wie das Auto, auch mal stehen lassen.

 

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Piero Zedda sagt:

    Wer weder Führerschein noch sonstige wichtige Lizenzen inne hat den wird das wahrscheinlich wenig interessieren. Wer allerdings durch eine alkoholisierte Fahrradfahrt seinen Führerschein verliert, der ist sofern vorhanden auch noch etliche andere Papiere gleichzeitig los. Als da wären: Waffenschein, Pilotenlizenz, Bootsführerschein etc. Wer über solche Dokumente verfügt, der wird es sich drei mal überlegen ob er das riskiert. Zumal Bootsführerschein je nach Einordnung (Z. Bsp. Binnen- + Küstengewässer) aber gerade auch die Pilotenlizenz mal eben etliche Tausend Euro kosten. Wer wegen Alkohol den Führerschein verliert gilt als nicht zuverlässig genug für die anderen Dokumente. Und das ist auch richtig so.

  2. Starcraftler sagt:

    hatte mal den Fall, dass ich mit 1.6 Promille „auf dem Fahrrad“ erwischt wurde.

    Allerdings habe ich auf meinem eigenen Fahrrad den Kumpel mit 1.0 Promille fahren lassen und mich selbst auf dem Gepäckträger platziert.

    Mir und ihm sind nichts passiert.
    So kann man auch mit 1.6 Promille Fahrrad fahren 😉

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