Allgemein

WDR-Rundfunkrat fordert Reduzierung der ARD-Talk-Shows

Es wird viel geredet im deutschen Fernsehen. Für viele Zuschauer mittlerweile zu viel. Nun hat auch der WDR-Rundfunkrat eine Stellungnahme zur Talkleiste am Abend im Ersten Deutschen Fernsehen verabschiedet.

Ruth Hieronymi, Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats sagte dazu „Der WDR-Rundfunkrat empfiehlt, die Talkleiste in dieser Form nicht dauerhaft fortzuführen und wünscht sich im Ergebnis eine konsequente Reduzierung der Talksendungen.“ Man könne sich ein Wechsel der Sendungen auf einem Sendeplatz vorstellen, so wie es sich bereits seit Jahren bei den Politmagazinen bewähre, so die Meldung des WDR-Rundfunkrates.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung sagte Petra Kammerevert, Vorsitzende des Programmausschusses, dass man auf ein „Zuviel des Gleichen“ gestoßen sei, die Anzahl der Gäste zu groß und die Absprachen zwischen den Redaktionen nicht funktionieren würden. Durch die Stellungnahme hoffe man „die ARD-interne Diskussion zu beflügeln“, so die Informationen der SZ.

Baumann: „Wenig differenzierte Sichtweise“

ARD-Chefredakteur Thomas Baumann wies besonders Kritik  der Dopplung des WDR-Rundfunkrats zurück. „Diese Sichtweise erscheint mir sehr wenig differenziert zu sein und sehr stark auf selektiver Wahrnehmung zu beruhen“, so Baumann in einer Meldung der ARD. Der WDR-Rundfunkrat hatte moniert, dass vor allem die Themen Wulff und Gauck die Talksendungen der letzten Monate dominiert hätten.

Nach Ansicht Baumanns sei die starke Präsenz des Themas gerechtfertigt, da es ein einmaliger Vorgang in der bundesdeutschen Geschichte gewesen sei: „Die Dimension dieser Causa und ihre Folgewirkungen haben es eindeutig gerechtfertigt, dieses Oberthema in mehreren Sendungen aufzugreifen.“ Zudem hätte es zahlreiche andere Themen gegeben, die nicht tagesaktuell geprägt gewesen seien, so Baumann weiter.

Im Gegensatz zum WDR-Rundfunkrat sehe Baumann keinen Grund, die Talksendungen zu reduzieren. „Das Publikum jedenfalls scheint von der Qualität unserer Sendungen überzeugt zu sein und beobachtet diese mit zunehmenden Interesse“, so Baumann. Vier der fünf Sendungen haben seit Sommer 2011 große Zuwächse zu verbuchen, so die Meldung weiter.

Die vorgeschlagene Lösung, einen Turnus einzuführen, betrachtet Baumann skeptisch: „Bei den Gesprächssendungen prägen Köpfe das Programm. Diese Wirkung droht zu verpuffen, wenn man an der Frequenz unserer Sendungen herumschrauben würde. Im Übrigen müssten die Produzenten für die Hälfte der Sendungen ebenso viel Personal vorhalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solches Modell bezahlbar wäre“, so Baumann laut der Meldung der ARD.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.