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WDR-Haushalt 2015: Sparkurs mit Griff auf Rücklagen

Der WDR kann für 2015 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Allerdings muss der Sender dafür massive Kürzungen und strukturelle Sparmaßnahmen vornehmen.

Insgesamt gibt der WDR im kommenden Jahr 35,7 Millionen Euro weniger aus als 2014.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Die Ausgaben sind mit insgesamt 1,393 Mrd. Euro berechnet. Dem stehen Erträge in Höhe von 1,390 Mrd. Euro gegenüber. Allerdings muss man den Fehlbetrag von 2,9 Mio. Euro mit Mitteln aus der Rücklage ausgleichen.

Abbau 50 Planstellen

Neben dem Abbau von 50 Planstellen werde man in allen Bereichen des Unternehmens Kürzungen vornehmen, so die Meldung des WDR.

Von der Gesamtsumme entfallen 465,7 Mio. Euro auf das Programm. Der Fernsehetat sinkt 2015 um 46 Mio. Euro auf 385,5 Mio. Euro. Dies liegt auch daran, dass 2015 keine Sondermittel für die Übertragung von Sportgroßereignissen wie etwa die Fußball-WM anfallen. Das gilt auch für den Hörfunketat, der um sechs Mio. Euro auf 80,1 Mio. Euro sinkt. Für Personalaufwendungen sind 2015 insgesamt 447,8 Mio. Euro eingeplant.

Finanzielle Situation bleibt schwierig

Intendant Tom Buhrow sagte zu dem Haushaltplan: „Die Zahlen für 2015 zeigen: Wir sind auf dem richtigen Weg. Vor einem Jahr haben wir die ersten strategischen Weichen gestellt, um unsere Finanzen langfristig in den Griff zu bekommen. Und bereits jetzt sind positive Auswirkungen sichtbar. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WDR zeigen mit ihrem Kostenbewusstsein ein großes Verantwortungsgefühl für die Zukunft des Unternehmens. Mit dieser Haltung müssen wir unseren Kurs konsequent fortsetzen. Denn die finanzielle Situation der kommenden Jahre ist und bleibt sehr schwierig.“

Fehlbeträge erwartet

Allerdings muss der WDR Ende 2015 mit hohen Fehlbeträgen rechnen. Nach aktuellem Stand werde das Unternehmen bis zum Jahr 2018 eine Finanzlücke von 236,3 Mio. Euro aufweisen, so die Meldung weiter.

Ungedeckte Finanzlücke

Ruth Hieronymi, Vorsitzende des Rundfunkrats erklärt dies wie folgt: „Wegen dieser ungedeckten Finanzlücke ist der strukturelle Umbau im Sender unumgänglich. Allen ist klar, dass die für die nächsten Jahre angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden müssen. Wir werden Intendant Tom Buhrow darin unterstützen. Oberste Priorität muss dabei der Erhalt der hohen Programmqualität des WDR haben. Daran müssen sich alle Anstrengungen messen lassen.“

Heinrich Kemper, Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses: „Wir haben uns in unserer Klausurtagung neben dem aktuellen Haushaltsplan vor allem mit der Mittelfristigen Finanz- und Aufgabenplanung des WDR 2014 bis 2018 befasst. Der Haushalt 2015 arbeitet erstmals nicht mit einer globalen Minderausgabe, sondern mit strukturellen Sparansätzen im WDR. Wir hoffen gemeinsam, dass die erheblichen strategischen Sparanstrengungen des WDR sowohl bei der Politik als auch in der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zur Kenntnis genommen und in den langfristigen Überlegungen honoriert werden.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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