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Vergütung für Kinofilme: Regieverband und Produzenten einigen sich auf Mindeststandard

 

Nach langen Verhandlungen haben sich der Bundesverband Regie (BVR) und die Allianz deutscher Produzenten – Film und Fernsehen e.V. auf eine Gemeinsame Vergütungsregel gemäß § 36 UrhG geeinigt.

Damit soll künftig ein Mindeststandard für Regie-Gagen und Erfolgsbeteiligungen der Regisseure geregelt werden. Bisher gab es keine kollektivvertraglichen Regelungen für Kinofilm-Regie.

© Maria.P.-Fotolia

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2015 trat der Ergänzungstarif-Vertrag in Kraft, den ver.di und BFFS vereinbart hatten. Nach Ansicht des BVR entsprach die Beteiligung an Erlösen nicht der werkschöpferischen Bedeutung der Regie, so die Meldung des BVR.

Mindestvergütung nach Produktionsbudgets

Künftig sollen erstmals Mindeststandards für Regie-Gagen gelten, die sich Produktionsbudgets staffeln: ein Regisseur einer Low Budget-Produktion mit 1 Mio. EUR Budget muss eine Gage von 30.000 EUR erhalten. Wenn der Film mehr als 200.000 Kinobesucher in Deutschland anzieht, soll es die Aussicht auf eine Erfolgsvergütung (sog. Escalator) von weiteren 2.500 EUR geben.

Bei einem Budget von 3 Mio. EUR sollen mindestens 70.000 EUR Gage gezahlt werden, der Escalator-Bonus beträgt 5.000 EUR, wenn 700.000 Zuschauer erreicht werden. Bei 6 Mio. EUR Budget beträgt die Gage mindestens 105.000 EUR, und der Bonus steigt auf 7.000 EUR bei 1 Mio. Zuschauern, so die Angaben laut der Meldung des BVR.

Damit der Escalator-Bonus gezahlt werden kann, müssen etwaige Minimum-Garantien und Verleihvorkosten von den Erlösen gedeckt worden sein. Er wird auf den Erlösbeteiligungsanteil der Regie aus dem Ergänzungstarifvertrag angerechnet, wird jedoch sofort nach Erreichen der entsprechenden Kinozuschauer-Ergebnisse fällig.

Diese nach dem Urhebervertragsrecht zustande gekommene Vergütungsregel soll nach Wunsch des BVR und der Produzentenallianz auch als Tarifvertrag abgeschlossen werden, damit möglichst viele Regisseure partizipieren können.

BVR duldet bestehende Verteilung

Die Produzentenallianz räumt ein, für eine andere Aufteilung von Urheber-Erlösbeteiligungen offen zu sein, hält aber auch die bestehende Lösung, die ver.di und BFFS vorgenommen haben, nicht für unangemessen. Der BVR hat dazu eine andere Rechtsauffassung, erklärt sich aber bereit, die bestehende Verteilung zu dulden, die Regisseuren/innen einen Anteil von 1,85 % in der ersten Erlösbeteiligungsstufe zumisst, so die Meldung weiter.

Produzentenallianz: Geltendes Urheberrecht funktioniert

Uli Aselmann, Vorsitzender der Produzentenallianz-Sektion Kino, zeigte sich erfreut über die Einigung der Parteien: „Dies ist für uns ein weiterer Beleg dafür, dass das geltende Urhebervertragsrecht funktioniert und es somit keiner Verschärfung des geltenden Rechts bedarf, um zu branchengerechten Lösungen zu kommen. Inhaltlich war für uns besonders wichtig, dass die Höhe und Fälligkeit der Erlösbeteiligung auch der Regisseurinnen und Regisseure nach den gleichen Grundsätzen ermittelt wird, die im Ergänzungstarifvertrag Erlösbeteiligung Kinofilm festgelegt wurden. Hierdurch wird vermieden, gegenüber verschiedenen Gewerken nach unterschiedlichen Mustern abrechnen zu müssen. Bedeutsam ist für uns auch, dass in den Gemeinsamen Vergütungsregeln anerkannt wird, dass Erfolgsvergütungen erst dann bezahlt werden können, wenn den Produzenten tatsächlich zusätzliche Erlöse zugeflossen sind“, so Aselmann laut einer Meldung der Produzentenallianz. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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