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Verbraucherschützer kritisieren Depublikations-Praxis bei Streaming-Portalen

Streaming-Portale stehen momentan hoch in der Gunst der Konsumenten. Doch für ihre Depublikations-Praxis stehen die Anbieter bei den Verbraucherschützern in der Kritik.

Anbieter wie Netflix, Maxdome, Amazon Prime Instant Video, Watchever oder Sky Snap bieten Film- und TV-Vergnügen, wann und wie oft man will. Mit ihrer neuen, moderaten Preispolitik von vier bis neun Euro pro Monat haben die Anbieter mittlerweile viele Fans gefunden.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Doch das Flatrate-Vergnügen wird getrübt, da zahlreiche Filme und Serien quasi über Nacht aus den Abo-Paketen verschwinden würden, so die Kritik der Verbraucherschützer.

Auf vielen Merklisten der Zuschauer sei bereits die Hälfte der Film-Wünsche nicht mehr per Abo erfüllbar, so die Meldung der Verbraucherzentrale NRW.

Problem Lizenzgeber

Laut Aussage der Streaming-Dienste sei dies das Problem der Lizenzgeber, die Inhalte „noch nicht unbefristet zur Verfügung“ stellen würden, so Maxdome. Bei Watchever gebe es bei vielen Werken ein Auswertungsfenster von lediglich drei Monaten. Für Zuschauer erscheine dies als scheinbar willkürliches Film- und Serien-Verschwinden aus den Abo-Paketen.

Bei Maxdome und Amazon gibt es nicht nur Flatrates, sondern man kann auch einzelne Produktionen ausleihen oder kaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Titel auf der Watchlist im kostenpflichtigen Bereich landen, variiere jedoch. Während Maxdome nach eigenen Angaben 50.000 seiner insgesamt 60.000 Filme und Serien in eine Flatrate gepackt hat, sind es bei Amazon nur 13.000 von 35.000, so die Meldung weiter.

Unklare Verfügbarkeit

Problematisch sei vor allem, dass viele Zuschauer nicht wissen, wie lange ihre Wunsch-Serien und Filme noch verfügbar sing. Lediglich bei Watchever und Sky Snap gebe es die Rubrik „Letzte Chance“. Bei Amazon verstecke sich ein Hinweis unter der Rubrik „Empfehlungen der Redaktion“. Dennoch wisse der Zuschauer nicht, wie lange die „letzte Chance“ andauern würde. Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW ende die letzte Chance bei Amazon „am Anfang des nachfolgenden Monats“, bei Maxdome informiere man „zwei Wochen“ vorher, bei Watchever „30 Tage vor Ablauf der Lizenzvereinbarung“. Bei Sky Snap seien es „wenige Wochen davor“, Netflix sei erst dabei, entsprechende Warnungen vorzubereiten. Jedoch würden alle fünf Portale einen taggenauen Hinweis, wann Streamingfristen enden, verweigern, so die Meldung weiter.

Begründet wird dies u.a. mit „grundsätzlich zu vielen Detailinfos“ und Angst vor Konkurrenten, die so frühzeitig von auslaufenden Verträgen erfahren und Filme und Serien „weglizensieren“ könnten.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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