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Unsere juristischen Übersetzungen sichern grenzüberschreitende Rechtssicherheit

Seit über zwanzig Jahren beraten die Rechtsanwälte bei WILDE BEUGER SOLMECKE mittlere und größere Unternehmen. Während dieser Zeit hat sich die Welt globalisiert und das Bedürfnis nach qualitativ hohen Übersetzungen wächst ständig.

 Unsere juristischen Übersetzungen sichern grenzüberschreitende Rechtssicherheit © Africa Studio - Fotolia.com

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Juristische Übersetzungen von hoher Qualität

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen einer Veranstaltung, die halbjährlich stattfindet und einer die zweijährlich stattfindet. Sprachlich gesehen gibt es nur einen feinen Unterschied zwischen einem Schuldanerkenntnis und einem Schuldeingeständnis. Dennoch bergen sich hinter diesen Begriffen doch unterschiedliche Aussagen. Die Feinheiten der genannten Begriffe haben es aber in sich.

Rechtliches Risiko

Wenn es um juristische Übersetzungen geht, ist es sehr wichtig, Wert auf Präzision zu legen. Die fehlerhafte Übersetzung des Namens eines Unternehmens kann zum Beispiel dazu führen, dass das Unternehmen einen wichtigen Prozess (und damit möglicherweise Tausende wenn nicht Millionen von Euro) verliert, nur weil in den Augen des Gerichts das Unternehmen nicht existiert.

In vielen Fällen stoßen Wörterbücher oder online Übersetzungssoftware bei der Übersetzung von rechtlichen Dokumenten auf ihre Grenzen. Daher ist die Hinzuziehung der Dienste eines juristischen Übersetzers, der fundierte Kenntnisse des örtlichen Rechtssystems hat, unabdingbar.

Juristische Übersetzungsdienstleistungen

Die juristischen Übersetzungen von WILDE BEUGER SOLMECKE bieten grenzüberschreitende Rechtssicherheit für mittlere und Großunternehmen. Für mehr Infos rufen Sie uns an unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

Übersetzungsbeispiel: Ringen mit Begriffsbestimmungen

Wie schwierig es ist, juristische Übersetzungen vom Deutschen ins Englische durchzuführen, kann anhand eines Beispiels und zwar des Begriffs „Störerhaftung“ gezeigt werden.

Ein kurzer Blick ins deutsch-englische Rechtswörterbuch ergibt das Ergebnis “Disturbance Liability” oder “Interference Liability”. Dennoch dürfte ein Native Speaker bei diesen Begriffen ins Grübeln kommen, da ihm die rechtliche Aussage und die damit verbundenen Konsequenzen nicht unbedingt klar sein werden.

Die Tatsache, dass selbst die deutschen Gerichte und juristische Profession darin uneinig sind, welche Grundsätze der Begriff Störerhaftung mit sich bringt, macht die Bereitstellung einer Übersetzung etwas schwierig. Teilweise kann die Einstellung des Auftraggebers dabei helfen eine passende Auslegung und Übersetzung des Begriffs zu finden.

Definition

In Deutschland beschreibt das Wort Störerhaftung die Haftung einer Person dafür, dass nachdem eine Gefahrenquelle kreiert wurde, sie den Prüf- bzw. Aufklärungspflichten nicht nachkam, wodurch Rechtsverletzungen hätten verhindert werden können. Diese Art von Haftung wird häufig in Filesharing Fällen in Bezug auf vorgeworfene Urheberrechtsverletzungen berühmt-berüchtigt plädiert.

a. Gefährdungshaftung (Strict Liability)

In der Vergangenheit hatten Rechteinhaber argumentiert, dass Anschlussinhaber unter allen Umständen und verschuldensunabhängig haften sollten,  sollten Anschlüsse für Rechtsverletzungen benutzt werden sein.

Folgt man dieser Ansicht, entspräche die Störerhaftung dem Prinzip der Gefährdungshaftung.  Abhängend davon welcher Ansicht der Mandant ist, könnte eine derartige Übersetzung erwünscht sein. Jedoch scheint diese Interpretation die Definition des Begriffs, die durch den Bundesgerichtshof festgestellt wurde, auszuweiten.

b. BGH Definition

Der BGH legt drei Voraussetzungen für den Begriff Störerhaftung fest (Urteile vom 11.03.2004, Az. I ZR 304/01; 19.04.2007, I ZR 35/04). Demnach muss der angeklagte Anschlussinhaber:

1. ohne Täter oder Teilnehmer zu sein;

2. in irgendeiner Weise willentlich und adäquat kausal zur Verletzung eines geschützten Gutes beigetragen haben; und

3. zumutbare Prüfungs- und Aufklärungspflicht nicht nachgekommen sein

Während der Störerhaftung ein Aspekt von Verschuldensunabhängigkeit immanent ist, kann eine Haftung nicht nur darauf basieren, dass ein Anschlussinhaber eine Internetverbindung zur Verfügung stellt. Vielmehr muss eine Verletzung von Prüf- und Aufklärungspflichten vorliegen. In anderen Worten: es muss eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliegen.

c. Sorgfaltspflichtverletzung (Breach of duty of care)

In Filesharing Fällen werden Anschlussinhaber häufig vorgeworfen, eine Sorgfaltspflichtverletzung begangen zu haben. Der Vorwurf basiert darauf, dass trotz des Vorhaltens eines Internetanschlusses, der Anschlussinhaber den einschlägigen Prüf- und Aufklärungspflichten nicht nachkommt und keine Vorkehrungen trifft, die geeignet sind, eine Verletzung der Rechteinhaber zu verhindern oder zu erschweren. Daher könnte man hier der Begriff Störerhaftung mit „breach of duty of care“ übersetzen.

In vielen Fällen wird festgestellt, dass der Anschlussinhaber fahrlässig handelte. Hier, könnte man auch den Begriff „Negligence“ (Fahrlässigkeit) hinzuziehen, wobei der Vergleich zwischen Störerhaftung und Common Law Negligence rechtlich nicht perfekt ist. Normalerweise fordert Negligence die Vorhersehbarkeit von Schaden und es besteht die Voraussetzung, dass es fair, gerecht und angemessen ist, den Anschlussinhaber zur Verantwortung zu ziehen. Keine von diesen Elementen sind der Störerhaftung immanent.

d. Sekundäre Haftung (Secondary liability)

Einige Übersetzer könnten dazu neigen, der Begriff Störerhaftung mit „sekundärer Haftung“ zu übersetzen. Dieses Prinzip beinhaltet einen Beitrag zu einer Rechtsverletzung, die durch einen anderen begangen wird. Jedoch wird hierbei vorausgesetzt, dass der Angeklagte Kenntnis über das Begehen der Rechtsverletzung hat. In Filsharing Fällen in Deutschland fehlt es an der Voraussetzung von derartiger Kenntnis.

Entscheidung nach Abwägung

Es ist deutlich, dass unterschiedliche Auslegungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. In der Tat wäre es ein Fehler gewesen zu behaupten, dass Störerhaftung mit dem Begriff „Tortious Interference“ übersetzt werden könnte, da hier die Störung von vertraglichen bzw. geschäftlichen Verhältnissen gemeint ist.

Nach Abwägung scheint daher der Begriff „breach of duty of care“ am nähersten an der Störerhaftung zu liegen, insbesondere wenn man vor Augen hat, dass es im Kern eigentlich um eine Sorgfaltspflichtverletzung geht. Dazu könnte man sich auch überlegen, den deutschen Begriff hinter der Übersetzung in Klammern zu setzen.

Letztendlich kommt es bei der genauen Wortwahl immer auf den Kontext und die Wünsche des Auftraggebers an. Auf jeden Fall ist ein enger Kontakt mit dem Kunden unverzichtbar und es könnte sich lohnen, dem Kunden zu fragen, mit welcher Übersetzung er zufrieden sein würde.

Während es oft der Fall ist, dass eine natürliche Übersetzung dem Laien genügt, erfordert die Übersetzung von rechtlichen Grundsätzen und die damit einhergehenden Konsequenzen ausgeprägtes fachliches Wissen.

Zuverlässige rechtliche Übersetzungen

Das Team von juristischen Übersetzern bei WILDE BEUGER SOLMECKE  pflegt engen Kontakt mit den Mandanten und stellt dadurch sicher, dass deren Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt sind.

Da wir uns bewusst sind, dass die Übersetzung von Dokumenten große rechtliche Bedeutung hat, legen wir Wert auf Genauigkeit. So stellen wir sicher, dass unsere Mandanten von grenzüberschreitender Rechtssicherheit profitieren. Für mehr Infos rufen Sie uns an unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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