Navigation öffnen
Startseite » News » Allgemein » Ungewollte Werbung trotz Adblock-Plus?

Ungewollte Werbung trotz Adblock-Plus?

Adblock-Plus Entwickler Eyeo wird mit harten Vorwürfen konfrontiert. Das Programm mit dem der Nutzer eigentlich lästiger  Werbung entkommen soll, leitet seine Anwender wohl stattdessen zu genau solchen weiter – teilweise sogar zu nicht jugendfreien Angeboten.

Ungewollte Werbung trotz Adblock-Plus? ©-Erwin-Wodicka-Fotolia
Ungewollte Werbung trotz Adblock-Plus? ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

So genannte „Add-Blocker“ boomen. Um vor nerviger Werbung im Internet  zu flüchten können sich Nutzer einen Werbeblocker auf ihrem Computer installieren. Dieser soll dann Werbung, Banner und Pop-Ups blockieren.  So einen Add-Blocker hat auch die Eyeo GmbH entwickelt. Unaufdringliche Werbung wird im Adblocker Plus aber weiterhin angezeigt um damit Webseiten zu unterstützen. Gesprochen wird dabei von einer „Whitelist“.  Zum Problem wurden nun wohl so genannte Parking-Domains.  Diese stehen offiziell zum Verkauf und sollen durch Werbeeinblendungen Umsätze machen sollen.

Adblock-Plus: Hauptproblem liegt wohl bei Sedo

Teil des  Acceptable-Programms von Eyeo ist auch Domain-Dienstleister Sedo. Dieser darf auf den geparkten Domains Werbung ausstrahlen und  darüber entscheiden, welche Werbeformen letztendlich durch die sogenannte Whitelist gefiltert werden. Trotz eingeschaltetem Programm wurden Nutzer aber wohl an nicht jugendfreie Seiten weitergeleitet.

Sedo besitzt Site-Keys

Dies soll dadurch ermöglicht werden, dass Sedo Besitzer eines Site-Keys von Addblock Plus ist. Somit hat Sedo die Möglichkeit, sämtliche Parking-Domains gegenüber den Werbeblockern als Träger akzeptabler Werbung zu identifizieren. Dadurch muss nicht jede Domain, Adserver oder Werbeplatz einzeln freigeschaltet werden. Nach Angaben des Online-Magazins heise online vertritt Eyeo die Aufassung, dass die Weiterleitungen zum normalen Geschäft von Sedo gehörten. Demnach sei eine Weiterleitung „keine Werbeanzeige“ sein, wie der Unternehmenssprecher verkündete. Weiterleitungen sind auch nach den offiziellen Kriterien für Acceptable Adss erlaubt. Jedoch soll Werbung als solche ausgewiesen werden. Andere Anbieter von Werbeblockern, wie zum Beispiel UBlock Origin, zeigen sogar explizite Warnmeldungen.

Starke Kritik durch Mobilegeeks

Stark kritisiert wird dieses Vorgehen unter anderem vom Techblog Mobilegeeks. So findet Bernd Rubel, Autor des Blogs: „Wer zahlt, bestimmt die Regeln und bei Adblock Plus gilt das offenbar im doppelten Sinne: Denn hier bestimmt nicht nur der zahlende Whitelist-Kunde die Regeln, sondern auch der Hauptinvestor der Eyeo GmbG selbst.“ Tatsächlich ist einer der Hauptinvestoren von Eyeo der Sedo-Mitgründer Tim Schumacher.

Problem nun behoben?

Nach neusten Angaben von heise online beruft sich Eyeo nun auf ein fehlerhaft eingebundenes Skript bei Sedo. Dieses sei aber aufgrund fehlender Beschwerden und der Seltenheit solcher Probleme nicht aufgefallen. (CAT)

Sicherlich ist auch das folgende Video interessant für Sie: