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Tarifverhandlungen für Zeitschriftenredakteure ergebnislos vertagt

Die erste Tarifverhandlung zwischen den Gewerkschaften Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und DJU in ver.di und dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) ist ergebnislos beendet worden. Die Verhandlungen werden am 26. September fortgeführt.

Die Tarifverhandlungen wurden für die 9.000 Redakteure an Zeitschriften geführt. Die Gewerkschaften forderten eine Anhebung der Gehälter um sechs Prozent und die Einbeziehung der Online-Redakteure.

© svort Fotolia

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Online gleich behandeln

„Es ist jetzt an der Zeit, dass die Verlage die Onliner gleich behandeln und allen Redaktionsmitgliedern einen finanziellen Ausgleich für die zunehmende Arbeitsverdichtung leisten“, kommentierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring die Forderungen im Vorfeld.

Deutliche Tariferhöhung gefordert

DJU-Verhandlungsführer Matthias von Fintel forderte im Vorfeld, dass sich die Verlage ernsthaft mit einer deutlichen Tariferhöhung befassen sollten. „Die wirtschaftliche Situation der Zeitschriftenverlage lässt das zu“, so von Fintel.

Verhandlung ergebnislos

Nach einer Tariferhöhung von 1,5% im Januar 2012 und einer Einmalzahlung von 350 Euro im Februar 2013 sei es nun an der Zeit, die Gehälter deutlich zu erhöhen, so von Fintel laut einer Meldung der DJU. Zudem erwarte man einen zügigen Abschluss der Verhandlungsrunden. Ob dies der Fall sein wird, lässt sich momentan nicht sagen, denn die erste Verhandlungsrunde endete ohne konkretes Ergebnis.

DJV-Hauptverhandlungsführer Kajo Döhring sagte nach Ende des Verhandlungsauftakts: „Wir hatten ein konkretes Angebot zur Anhebung der Gehälter erwartet. Es ist enttäuschend, dass der VDZ sich heute dazu nicht in der Lage sah.“

Kein „substantielles Angebot“

Auch Matthias von Fintel zeigte sich enttäuscht, dass der VDZ kein „substantielles Angebot“ vorgelegt habe und kritisierte den schleppenden Verhandlungsauftakt. Zu der Frage nach besseren Konditionen für Online-Redakteure sagte von Fintel: „Der VDZ stellt sich nicht der Tatsache, dass die Arbeit von Online- und Print-Redaktionen ineinander greift. Zeitgemäße Tarifverträge sollten diese Entwicklung nachvollziehen.“

„Tarifpolitisches Augenmaß“

VDZ-Verhandlungsführer Dr. Günter Maschke hingegen betonte, dass die gewerkschaftlichen Forderungen nach sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten vor dem Hintergrund der Herausforderungen in den nächsten Jahren für die Verlage nicht diskutabel seien.

Zudem erwarte man „eine Reformbereitschaft beim Manteltarifvertrag mit definiertem Verhandlungshorizont“, so Maschke laut der Meldung des VDZ. Maschke hatte im Vorfeld der Verhandlungen die Gewerkschaften aufgefordert „zu dem tarifpolitischen Augenmaß der vergangenen Jahre“ zurückzukehren.

DJV und dju in ver.di hatten den Gehaltstarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften fristgerecht zum 30. September 2013 gekündigt. Dieser Tarifvertrag hatte eine Laufzeit von 38 Monaten und sah eine lineare Erhöhung und eine Einmalzahlung vor.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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