Allgemein

T-Mobile US gehackt – Millionen Kundendaten gestohlen

Immer wieder liest man von dem professionellen organisierten Diebstahl von vertraulichen Kundendaten durch Hackerangriffe. Nun hat es ein deutsches Unternehmen getroffen. Die US-amerikanische Tochter der Deutschen Telekom T-Mobile US musste bekannt geben, dass im Zuge eines Hacker-Angriffes rund 15 Millionen persönliche Datensätze der eigenen Kunden gestohlen wurden.  Nach ersten Erkenntnissen haben Hacker das weltweit agierende Bonitätsprüfungsunternehmen Experian angegriffen.

Experian bewertet für dritte Unternehmen die Kreditwürdigkeit von potentiellen Neu- und Bestandskunden. Durch den Angriff auf Experian konnten die Hacker die persönlichen Daten von rund 15 Millionen T-Mobile US Kunden abgreifen. Betroffen seien vor allem Kunden, die T-Mobile US zwischen September 2013 und September 2015 gewinnen konnte.

Persönliche Daten der Kunden im Umlauf

T-Mobile US hat in den USA fast 60 Millionen Kunden. Die rund 15 Millionen gestohlenen privaten Daten beinhalten vor allem Informationen zu Namen, Adressen, Personalausweisnummern und Geburtstagen der Kunden. So weit bekannt, sollen keinerlei Bank- oder Zahlungsdaten gestohlen worden sein. John Legere, Geschäftsführer von T-Mobile USA, hat in einer ersten Stellungnahme betont, dass man die Geschäftsbeziehungen zum gehackten Unternehmen Experian überdenken werde. In gleichem Zuge äußerte er sich wütend über das bei Experian vorhandene Datenleck, auch wenn bisher noch keine Informationen darüber bekannt geworden sind, dass die 15 Millionen gestohlenen Kundendaten von T-Mobile US Kunden zu illegalen Zwecken genutzt wurden.

Gefahr von gestohlenen Kundendaten

Der jetzt bekannt gewordene Fall von gestohlenen Kundendaten im Zuge von Hacker-Angriffen zeigt wieder einmal deutlich, dass Unternehmen in der heutigen digital vernetzten Welt ein großes Problem haben. Es reicht nicht mehr aus nur im eigenen Unternehmen Kundendaten und andere sensible Daten vor dem fremden unbefugten Zugriff Dritter zu schützen. Unternehmen müssen zunehmend auch Verantwortung dafür tragen, dass die mit anderen Unternehmen geteilten sensiblen Kundendaten ebenfalls sicher verwahrt sind. Werden unternehmenseigene Kundendaten bei – möglicherweise weniger gut vor Hackerangriffen geschützten – Partnerunternehmen gestohlen, wirkt sich der unternehmerische Imageverlust auch immer auf das Unternehmen aus, das zwar nicht selber gehackt wurde, aber dessen Kunden von einem Datendiebstahl betroffen sind.

Zunahme von Hackerangriffen

Die vergangene Zeit zeigt, dass große Unternehmen immer häufiger Opfer von gezielten Hackerangriffen werden. Häufig sind Millionen von Kunden betroffen, deren persönliche Informationen wie Namen, Adressen, persönliche Interessen und im schlimmsten Fall auch Bank- und Kreditkartendaten öffentlich werden oder von Kriminellen genutzt werden können. So sind zum Beispiel jüngst dem Internetportal Ashley Madison, dem Versicherer Anthem und Sony Pictures Millionen Kundendaten gestohlen worden. Deutlich wird, dass technische Sicherheit – auch von großen Unternehmen – nicht vollumfänglich gewährleistet werden kann. Kunden und Internetnutzer sollten so wenig persönliche Informationen wie möglich teilen und preisgeben. Die sicherste Information bleibt letztlich die Information, die bei keinem Unternehmen gespeichert wird. (NIH)

In diesem Zusammenhang auch interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×