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Studien: Zukunftsmarkt Smart TV

Dank Tablet-PCs und Smartphones steigt der Fernsehkonsum auf den mobilen Endgeräten. Der umgekehrte Fall jedoch, das Smart TV, bei dem man via Fernsehgerät Internetdienste nutzen kann, ist bislang noch nicht sehr verbreitet. Doch nach Angaben einer Studie der Goldmedia Innovation GmbH werden bis 2016 rund 50% der Deutschen die Angebote der Fernseh- und Internetwelt auf ihrem TV-Bildschirm nutzen.

Die Heimelektronik-Hersteller haben bereits technisch aufgerüstet und so können immer mehr Fernseher, Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player oder Videospielekonsolen ans heimische Internet angeschlossen werden, so die Smart-TV-Studie. 2010 hatten bereits 4 Millionen Haushalte ihren Fernseher direkt oder über eine externe Box mit dem Internet verbunden, für 2011 prognostiziert Goldmedia in ihrer Studie einen Anstieg auf 5,6 Millionen Haushalte. Pro Jahr werde diese Zahl um rund 31% wachsen und somit 2016 einen Wert von ca. 20 Millionen Haushalten erreichen, so die Studie.

BITKOM-Studie: Smart TV wird nicht aktiv genutzt

Auch der Hightech-Verband BITKOM hat eine Studie zum Thema Smart-TV durchgeführt. Diese bestätigt die Zahl der 4 Millionen Geräte sowie den steilen Anstieg der Verbreitung seit der Einführung 2009. Allein im September dieses Jahres seien 226.000 Stück verkauft worden, fast 100.000 mehr als im Vorjahresmonat, so die BITKOM-Studie. Jedoch kommt BITKOM zu dem Ergebnis, dass lediglich 13% der Personen, die ein solches Gerät besitzen, damit auch tatsächlich aktiv online gehen. Immerhin 27% aller Bürger würden mobil mit Smartphone oder Tablet-PC ins Web gehen. Auch die BITKOM-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Durchbruch noch auf sich warten lässt. Ähnlich wie beim Mobiltelefon, dass bereits 1999 als internetfähiges Modell erhältlich war, werde auch beim Smart-TV erst eine aktive Nutzung einsetzen, wenn speziell auf TV-Geräte ausgelegte Inhalte verfügbar seien, so die Prognose von BITKOM.

Anbieter ringen um Portalhoheit

Momentan dominiere noch die Internetnutzung über die Spielekonsole, doch die Zahl derer, die dafür Hybrid-TV-Geräte nutzen, steige, so die Goldmedia-Studie. Allerdings sei der Markt für Smart TV noch in einer frühen Entwicklungsphase, eine Standardisierung beginne erst langsam. Zudem wollen sowohl Gerätehersteller als auch Kabel- und Satellitennetzbetreiber und IPTV-Anbieter den Smart-TV-Markt für sich erschließen.

Laut der Studie haben dabei Inhalte- und Diensteanbieter wie YouTube, Lovefilm, Maxdome oder Videoload die größten Chancen, da sie mit dem Fernseher ein weiteres Ausgabemedium dazu bekommen. Fernsehveranstalter könnten von der Möglichkeit der Verwertung der eigenen Inhalte auf Abruf ebenfalls profitieren.

Auch Big Player wie Google und Apple, die mit neuartigen Geräten und ihren App-Stores Android Market bzw. iTunes auf die TV-Bildschirme zielen, wollen den Smart-TV-Markt erobern.

Einfache Bedienkonzepte sind gefragt

Die künftige Vielfalt der Fernsehwelt berge aber auch Gefahren der Unübersichtlichkeit in sich, so die Studie. Prof. Dr. Claus Sattler, Geschäftsführer von Goldmedia und Autor der Studie sagt dazu: „Alle wichtigen Player in der Wertschöpfungskette wollen den Zugang der Verbraucher zum Internet auf dem TV-Gerät kontrollieren. Inhalte und Dienste, an deren Nutzung die Smart-TV-Portalanbieter umsatzmäßig partizipieren, sollen geeignet auf dem Portal platziert werden. Doch die Nutzer wollen keine proprietären Lösungen und inhaltlichen Vorgaben. Sie wollen in einfacher Weise auf die sie interessierenden Dienste zugreifen. Eine flexible, durch den Nutzer gestaltbare Portaloberfläche dürfte mittelfristig den größten Zuspruch finden.“

Somit seien einfache und vernetzte Gesamtlösungen für den heimischen oder mobilen Medienkonsum gefragt. Allerdings werde sich zeigen, ob sich Gateway-Lösungen zuhause oder cloud-basierte Lösungen durchsetzen werden, so die Studie.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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