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Studie: Gut 40% Reality-Formate im Programm von Vox und RTL

Mit der ersten Staffel der Container-Show „Big Brother“ hielt ein neues Genre Einzug in die deutsche TV-Landschaft: das Reality-TV. Doch damals konnte niemand ahnen, wie sehr das Fernsehprogramm durch diese Art der Unterhaltung geprägt werden würde: Mittlerweile gibt es unzählige Reality-Formate in verschiedenen Ausprägungen – und sie machen bei einzelnen Sendern fast die Hälfte des Gesamtprogramms aus, so das Ergebnis des Programmberichts der Medienanstalten vom Frühjahr 2011.

Jeweils im Herbst und im Frühjahr eines Jahres wird eine Woche das komplette Programm der acht wichtigsten Vollprogramme aufgezeichnet und analysiert. Die federführend von der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) betreute Langzeitstudie wird von der GöfaK Medienforschung, Potsdam durchgeführt.

Laut der Studie bestreitet der Privatsender VOX rund 40% seines Programms mit Reality-Formaten, das entspricht rund neun Stunden Sendezeit an einem durchschnittlichen Tag (pro Tag strahlen die Sender zwischen 19 und 20 Stunden Programm aus, der Rest ist Werbung, Promotion etc.). RTL kommt mit einem Reality-Anteil von 38% auf einen ähnlichen Wert, Sat.1 verwendet rund 30% seines Programms auf Reality-Formate, was ungefähr sieben Stunden entspricht. RTL2 kommt bei der Untersuchung auf ca. 16%, bei Kabel Eins und ProSieben liegen die Werte unter 10%, so die Meldung der Medienanstalten.

Kategorien der Realitätsunterhaltung

Bei der Studie fallen unter den Begriff „Realitätsunterhaltung“ folgende Kategorien: „Scripted-Reality-Formate“ (gescriptete Doku-Soaps, gescriptete Gerichts- oder Personal-Help Shows); „Script-affine Formate“, bei denen aus den Aufzeichnungen nicht eindeutig hervorging, ob sie gescriptet sind (Doku-Soaps, Daily Talks); und schließlich „Realityshows“ (Castingshows, Real-Life-Experimente, Spiel- und Wettbewerbsshows etc.), so die Meldung der Medienanstalten weiter.

Interessant dabei ist, dass Shows den geringsten Anteil des Reality-TVs ausmachen. ProSieben hingegen sendet außer Shows keine weiteren Reality-Formate mehr. Allerdings seien bei vielen Formaten die Grenzen fließend und eine eindeutige Kategorisierung nicht möglich, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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