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Studie: 27 Millionen Menschen in Deutschland ohne Internet

Auch wenn für viele Menschen das Internet mittlerweile ein fester und selbstverständlicher Bestandteil des Alltags zu sein scheint – in Deutschland leben rund 27 Millionen Menschen komplett oder nahezu komplett ohne Internet, so das Ergebnis der „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“. Die Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) belegt damit, dass fast doppelt so viele Menschen als bislang angenommen in Deutschland offline sind.

40% Digital Outsiders

Somit sind fast 40% der Deutschen sogenannte „Digital Outsiders“. Dazu zählen sowohl Personen, die keinen technischen Zugang zum Internet haben, als auch Personen, die theoretisch über einen Internet-Anschluss verfügen könnten, jedoch stark verunsichert im Umgang mit dem Medium sind und es somit kaum bzw. gar nicht nutzen.

Dem gegenüber steht mit 41% (28 Millionen Menschen) die nur wenig größere Gruppe der „Digital Natives“: Personen die mit dem Internet aufgewachsen sind und es voll in ihr Leben integriert haben. Die verbleibenden knappen 20% (14 Millionen Menschen) fallen in die Kategorie der „Digital Immigrants“, sprich Personen, die sowohl die kommunkationstechnischen Möglichkeiten des Internets gezielt für sich nutzen, aber zugleich im Digitalisierungsprozess auch die negativen Aspekte sehen und sich eher misstrauisch und defensiv im Internet bewegen. Gerade den Umgang mit der Privatsphäre in sozialen Netzwerken betrachtet diese Gruppe besorgt, so die Meldung der DIVSI.

Art der Internet-Nutzung von Relevanz

Die Trennung in „Onliner“ und „Offliner“ ist laut der Studie weniger relevant, viel entscheidender sei die Frage, wie das Internet genutzt werde. Für die Digital Outsiders ist das Internet eher eine digitale Barriere zu einer Welt, die sie stark verunsichert und abschreckt, im Gegensatz zu den Digital Natives und den Digital Immigrants. Andererseits können die Digital Natives, für die das Internet ein wesentlicher Teilaspekt des Lebens ist, wiederum nicht die Skepsis gegenüber dem Internet der anderen beiden Gruppen nachempfinden. Somit verlaufen die Gräben zwischen den einzelnen Kategorien.

Allerdings erwarten fast drei Viertel der Deutschen (74%), dass Staat und Wirtschaft aktiv für Sicherheit im Internet sorgen sollten. 26% (vorrangig Digital Natives) lehnen dagegen jegliche Einmischung ab und sehen die Verantwortung beim Nutzer selbst, so die DIVSI-Studie. Insgesamt glauben ca. ein Drittel aller User, dass das Internet völlige Sicherheit geben könne, rund 50% bezweifeln das wiederum.

DIVSI-Direktor Matthias Kammer sagte dazu: „Die DIVSI Milieu-Studie verdeutlicht erstmals das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Gruppen. Wer sich im Internet nicht auskennt, fordert Schutz, doch wer sich sicher fühlt, wünscht Freiheit. Die große gesellschaftspolitische Herausforderung liegt also darin, diese unterschiedlichen Welten zu versöhnen.“

Über die Studie: Im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) hat das SINUS-Institut insgesamt 2.047 Menschen bevölkerungsrepräsentativ in einer computergestützten Face-to- Face-Umfrage zu deren Einstellungen in Bezug auf Vertrauen und Sicherheit im Internet sowie zu deren individuellem Internet-Nutzungsverhalten befragt.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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