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Spieleentwickler verliert gegen Humboldt Verlag

In einem aktuellen Urteil des LG Mannheim wurden die Urheberrechte der Spieleentwickler erheblich eingeschränkt. Im vorliegenden Fall hatte der Spieleentwickler Reiner Knizia gegen den Humboldt Verlag geklagt, weil dieser in dem von ihm herausgebrachten Buch „Die große Humboldt Enzyklopädie“ einige Spiele des Spielentwicklers beschrieben hatte.

Die besagten Spiele hatte der Spieleentwickler bereits selber in Büchern beschrieben oder aber als Spiel herausgebracht. Der Humboldt Verlag nannte bei der Beschreibung der Spiele zwar den Namen des Entwicklers, informierte diesen allerdings nicht über die Verwertung und bot ihm auch keinen finanziellen Ausgleich an. Gegen dieses Verhalten wollte Reiner Knizia nun gerichtlich vorgehen und unterlag im Ergebnis dem Humboldt Verlag.

Der Humboldt Verlag wertete die Entscheidung des LG Mannheim als wegweisend für die Verlagsbranche. Schließlich würde es sonst für einen Verlag kaum noch möglich sein Bücher über Themenwelten herauszugeben.

Für die Spieleentwickler zeichnet sich durch dieses Urteil allerdings ein starker Verfall ihrer Urheberrechte ab. Das Gericht entschied, dass der gedankliche Inhalt der Spielregeln in den vorgetragenen Fällen gegenüber den Spielbeschreibungen in der Enzyklopädie nicht schutzwürdig sei. Vielmehr seien Spielregeln als solches lediglich als Gebrauchstexte zu qualifizieren. Daher benötigen Spiele bzw. Spielregeln eine besondere Schöpfungshöhe damit dem Spieleentwickler ein besonderer Urheberrechtsschutz zusteht.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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