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SoundCloud – Britischer Rechteverwerter PRS klagt

Das britische Pendant zur GEMA, die Verwertungsgesellschaft PRS geht juristisch gegen das Berliner Unternehmen SoundCloud vor. Damit bleiben die ungeklärten Rechte- und Lizenzfragen die größte Baustelle von SoundCloud.

 Eigentlich hat das Berliner Unternehmen SoundCloud mit Hauptsitz in London genügend Probleme – So gibt es bislang immer noch keine Einigung und kein Abkommen mit zwei der weltweit größten Plattenlabels Universal und Sony. Zuletzt wurde im Mai 2015 bekannt, dass Sony Music nach gescheiterten Lizenzverhandlungen Songs von so namhaften Künstlern wie Adele, Hozier oder Kelly Clarkson auf SoundCloud entfernen ließ.

Fünf Jahre erfolglose Verhandlungen

Nun jedoch erhält der kostenfreie deutsche Online-Musikdienst SoundCloud weiteren Ärger. Der britische Rechteverwerter PRS (Performing Rights Society for Music) wird juristisch gegen SoundCloud vorgehen. Nach über fünf Jahren erfolgloser Verhandlungen befinde sich PRS in einer Situation, in der es zu dem nun vollzogenen juristischen Schritt keine Alternative gäbe, so die britische Organisation. PRS teilte mit, dass SoundCloud weiterhin darauf beharre, keine PRS-Lizenz für den eigenen Dienst in Großbritannien und Europa zu benötigen. Dies hat zu Folge, dass PRS seine Mitglieder nicht vergüten kann, sobald deren Musik über SoundCloud gestreamt wird.

Liste mit 4.500 unrechtmäßig genutzten Musikstücken übersandt

 PRS hatte SoundCloud eine Liste mit über 4.500 Musikstücken übersendet, um deutlich zu machen, in welcher Größenordnung PRS-Mitglieder von einer unrechtmäßigen Nutzung durch SoundCloud-Nutzer betroffen seien. SoundCloud wurde aufgefordert das betroffene Material zu lizenzieren oder mit die Urheberrechtsverletzungen zu beenden. Daraufhin seien gerade einmal 250 Musiktitel gelöscht worden. Warum gerade diese 250 Titel gelöscht wurden, sei zudem nicht klar. Bislang gäbe es keine Sicherheit oder Klarheit darüber, wie SoundCloud bei der Löschung von Werken vorgehe, so PRS.

Lizenz-Deals mit Merlin und Warner Music Group

 Das SoundCloud grundsätzlich sehr wohl in der Lage ist Lizenz-Verträge abzuschließen, zeigen die bereits in der Vergangenheit geschlossenen Deals mit der Indie-Vereinigung Merlin und der Warner Music Group. Auf dem US-Markt wurden SoundCloud-Inhalte über die NMPA (National Music Publishers Association) lizenziert, die über 2500 Mitglieder zählt.

In einer Stellungnahme auf die aktuellen Ereignisse mit PRS ließ SoundCloud verlautbaren: „Keiner auf der Welt tut mehr, um es Schöpfern zu ermöglichen, ihre Hörerschaft aufzubauen und sich mit ihr zu verbinden, und schützt dabei gleichzeitig die Rechte der Schöpfer, inklusive der PRS-Mitglieder. Wir arbeiten hart daran, eine Plattform zu bauen, auf der alle Schöpfer für ihre Arbeit bezahlt werden können, und wir verfügen bereits über Deals mit tausenden von Copyright-Besitzern, darunter Plattenfirmen, Publisher und Indie-Künstler.“

Anfang August berichteten wir, dass SoundCloud zahlreiche Konten gesperrt hatte, nachdem Sony Music Entertainment und die Universal Music Group Urheberrechtsansprüche geltend gemacht hatten. Auf den gesperrten SoundCloud-Konten waren Remixe und Mashups bekannter Künstler angeboten worden. (TOS)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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