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Schächter: KEF-Sparauflagen treffen das ZDF hart

Nach Ansicht der Prüfer der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat das ZDF über Jahre hinweg verbindliche Sparauflagen missachtet, so ein Ergebnis des 18. Berichts der KEF. Das ZDF habe zwar die geforderten Stellenkürzungen zugesagt, doch anstatt wie gefordert 128 Stellen abzubauen, habe man beim ZDF eine Steigerung von 308 besetzten Stellen verzeichnet. Als Konsequenz muss das ZDF in den nächsten vier Jahren 75 Millionen Euro beim Personal einsparen, so die neuen Sparvorgaben der KEF. Im Zuge dessen verhängte die Senderspitze einen Einstellungsstopp.

Gegenüber der Presseagentur dapd sagte nun ZDF-Intendant Markus Schächter, die Sparauflagen der KEF seien „ein Hagelschlag, der uns hart trifft.“ Insgesamt werde man innerhalb des Senders „etwa 300 Funktionen abbauen müssen.“ Trotz des Abbaus werde aber „das, wofür das ZDF steht“,bleiben.

„Auf was wir allerdings verzichten müssen, das sind Zukunftsperspektiven für viele junge Kollegen, die in den Digitalkanälen einen tollen Job machen“, so Schächter gegenüber der dapd. Gerade mit den Digitalkanälen „schaffen wir es ja wieder, mit einem öffentlich-rechtlichen Profil junge Leute zu erreichen“, so Schächter. In der Zielgruppe der unter 50jährigen habe man zulegen können.

Die Sparvorgaben im Personalbereich sind nicht die einzigen finanziellen Hürden, die das ZDF in den nächsten Jahren nehmen muss. Auch die GEZ-Reform wirkt sich auf den Haushalt des Senders aus. 2013 erfolgt die Umstellung des GEZ-Finanzierungssystems, künftig muss geräteunabhängig pro Haushalt eine Rundfunkgebühr gezahlt werden. Da nach Ansicht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) eine verlässliche Ertragsplanung nicht möglich sei, habe man empfohlen, die Rundfunkgebühr für die nächste Gebührenperiode nicht anzuheben und bei 17,98 Euro zu belassen. Auch als eine Finanzierungslücke von 304,1 Millionen Euro festgestellt wurde, hielt die KEF an ihrem Vorschlag fest.

“Angesichts des geringen Betrages geht die Kommission davon aus, dass die Anstalten auch mit einem Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro ihren Aufgaben gerecht werden können”, hieß es in einem Bericht der KEF.

Das ZDF kündigte an, aufgrund der Nullrunde unrentable Programme zu identifizieren und zur Disposition zu stellen.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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