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Rechtsanwalt Arnold E. Schiemann aus Köln verschickt Mahnungen für DR Verwaltung AG

Die „DR Verwaltung AG Deutsches Firmenregister“ mit Sitz in Bonn versendet seit Anfang des Jahres haufenweise Formulare an Gewerbetreibende. Es geht darin um einen angeblichen Eintrag auf der Seite „USTID-Nr.de“. Die Formulare sehen auf den ersten Blick aus wie ein offizielles Schreiben einer Behörde.

In den Schreiben wird man aufgefordert, seine angeblich schon vorhandenen Angaben zu ergänzen. Dass es sich dabei um ein kostenpflichtiges privates Angebot handelt, wird geschickt verschleiert. Umso größer ist dann die Überraschung, wenn plötzlich eine Rechnung über 474,67 € folgt. Den Betroffenen war nicht klar, dass hier angeblich ein Vertrag zustande gekommen sein soll.

Rechtsanwalt Arnold E. Schiemann aus Köln mahnt die vermeintliche Forderung der DR Verwaltung AG an

Nun mahnt der Rechtsanwalt Arnold E. Schiemann aus Köln die vermeintliche Forderung der DR Verwaltung AG an. Bezeichnend ist bereits, dass seine Kanzlei den klangvollen Namen „Rechtsanwalts- und Wirtschaftskanzlei am Dom“ trägt. Ein Blick auf den Stadtplan zeigt allerdings, dass diese sich mitnichten in der Nähe des Doms, sondern weit davon entfernt im Wohnviertel Lindenthal in einer Seitenstraße befindet.

Inhaltlich wird behauptet, es sei ein „Dienstleistungsvertrag nach § 611 BGB“ zustande gekommen. Bereits dies ist juristisch nicht haltbar. Rechtsanwalt Schliemann macht eine Hauptforderung von 474,60 € zuzüglich Mahnkosten von 5,000 € sowie Zinsen in Höhe von 5,67 € geltend. Zudem verlangt er Rechtsanwaltsgebühren in Höhe von 58,50 € zuzüglich Auslagen in Höhe von 11,70 €.

Untermauert wird die Behauptung mit zahlreichen BGH-Urteilen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die zitierten Urteile ganz überwigend allgemeiner Natur sind. Auf den konkreten Sachverhalt ist die zitierte Rechtsprechung jedenfalls nicht unmittelbar übertragbar.

DR Verwaltung – Drohkulisse wird aufgebaut

Auffällig ist auch, dass sehr deutlich auf mögliche Nachteile einer drohenden Zwangsvollstreckung hingewiesen wird. Zudem ist die gesetzte Zahlungsfrist mit einer Woche ausgesprochen knapp bemessen. Insgesamt fällt auf, dass das von Rechtsanwalt Schiemann versandte Mahnschreiben inhaltlich fast deckungsgleich mit einem Schreiben ist, welches die Firma DR Verwaltung AG vor einiger Zeit an ihre „Kunden“ in eigenem Namen verschickt hat.

Insgesamt entsteht der Eindruck, dass man seitens der DR Verwaltung versucht, mit allen Mitteln eine Drohkulisse aufzubauen und seine unfreiwilligen „Kunden“ einzuschüchtern.

Für Betroffene gilt: Auf keinen Fall zahlen! Das Schreiben sollte zunächst genau geprüft werden

Betroffene sollten auf keinen Fall unbedacht Zahlen! Es empfiehlt sich die Angelegenheit genau zu prüfen. Auch wenn vorgetragen wird, eine Klage würde bevorstehen und habe Aussicht auf Erfolg, ist dies zunächst eine reine Behauptung die genau geprüft werden muss. Häufig bestehen gute Aussichten, Forderungen derartiger Gewerberegister erfolgreich abzuwehren. Wenn auch Sie betroffen sind, können Sie uns das Schreiben gerne zur unverbindlichen kostenlosen Ersteinschätzung zukommen lassen.

Rechtsanwalt Rafael Struwe arbeitet seit 2013 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehrsrecht.

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RSSKommentare (16)

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  1. Michael Rost sagt:

    Das passiert seit einiger Zeit immer wieder. Man gibt auch z.B. falsche Angaben vor, die der „Kunde“ dann korrigieren soll.
    Ich schicke die Rückumschläge leer bzw. lediglich mit dem Kommentar „Betrüger“ an den Absender im beigefügten Umschlag zurück.

  2. Kollege sagt:

    Unter der verwendeten Kölner Anschrift des RA Schiemann, befindet sich laut Bundesrechtsanwaltskammer kein Kanzleisitz im Kammerbezirk Köln, der Kollege Schiemann ist dagegen im Kammerbezirk Düsseldorf 41844 Wegberg mit einer Kanzlei gemeldet.

    Wie man das bewerten soll, muss die Kammer mal beurteilen. Vielleicht hilft eine Beschwerde.

  3. Gertrud Plug-Engel sagt:

    Auch ich bin auf solche Betrüger hereingefallen, habe aber nichts bezahlt, ist es da möglich von mehreren Betroffenen eine Sammelklage einzureichen, oder die Medien aufmerksam zu machen? Wer macht mit?

  4. Sabrina sagt:

    Hallo zusammen,

    bin auch dabei, solche Maschen gehören verboten!

  5. beckert sagt:

    Ich mache mit, diesen Betrügern (RA Arnold Schiemann Köln und Konsorten/Komplizen) das Handwerk zu legen.
    MfG
    Dr.J. Beckert

  6. D. S. sagt:

    Hat denn schon jemand etwas gemacht gegen diese Leute ich wäre auch dabei wenn gegen die Leute vorgegangen wird.

  7. A.H. sagt:

    Auch ich habe ein Schreiben von dem dubiosen Anwalt bekommen. Bin bei der Sammelklage dabei.

  8. c.m. sagt:

    ich würde auch mitmachen – habe mir schon überlegt Anzeige zu erstatten – habe was anderes zu tun, als mich über diese Betrüger zu ärgern und meine Zeit mit meiner Rechtschutzversicherung zu vergeuden.
    Wäre richtig und wichtig, hier Grenzen zu zeigen.
    Was mich wundert ist, dass sich kein Staatsanwalt berufen fühlt seine steuerzahlenden Bürger vor solchen Machenschaften zu schützen. Manchen Rechtsanwälten gehört die Lizenz entzogen.

  9. i.g. sagt:

    Wie kann man bei der Sammelklage mit machen?

    • Fred Forster sagt:

      Gar nicht. Die deutsche ZPO kennt im Gegensatz zu angelsächsischem Recht keine „Sammelklage“, sondern nur die Nebenintervention (§66 ff.), die nicht wirklich was mit einer Sammelklage zu tun hat, wie sich schon aus dem Wortlaut des § 66 ergibt („Wer ein rechtliches Interesse daran hat, dass in einem zwischen anderen Personen anhängigen Rechtsstreit die eine Parteiobsiege…“)

      • Burkhard Fackelmann sagt:

        Aber man muss doch etwas gegen so einen Betrug machen können? Jetzt haben sich schon so viele gemeldet. Ich bin auch betroffen und soll nach Aufforderung von diesem Rechtsanwalt bis morgen inklusive Mahnbebuehr 554,- Euro bezahlen. Er ist auch nicht unter der genannten Adresse zu finden. Was mache ich jetzt oder viel mehr wie können sich alle Betroffenen zusammenschliessen.

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