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Quotenmessung: AGF bezieht YouTube mit ein

Für die hiesigen Fernsehsender ist vor allem eine Sache von besonderem Interesse: Die Quoten. Bislang wurden diese nur bei den regulären Sendern gemessen. Doch künftig sollen auch die Zahlen von YouTube mit einbezogen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) will künftig auch die Ergebnisse von YouTube und anderen Online-Bewegtbild-Anbietern in ihre Reichweiten einfließen lassen. Man wolle damit noch in diesem Jahr beginnen, so die Meldung der AGF.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Einheitlicher crossmedialer Standard

Aufgrund der starken Verbreitung von mobilen Endgeräten und Screens sowie der Tatsache, dass immer mehr Videoportale und Streaming-Kanäle das Zuschauerverhalten verändern, habe die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) auf einen einheitlichen crossmedialen Standard zur Leistungsbemessung gedrängt.

Uwe Storch, Vertreter der OWM im AGF-Vorstand, betonte, dass eine Integration der Bewegtbildmessung in das AGF-System für die Werbetreibenden in der heutigen Kampagnenplanung unumgänglich sei.

„Mega-Panel“

Für den geplanten einheitlichen Bewegtbildstandard beabsichtige die AGF die wichtigsten Messelemente aus diesem Bereich zusammenzuführen. Das AGF-Fernsehpanel soll weiterhin die lineare TV-Nutzung, live sowie zeitversetzt, erfassen. Für Online-Video werde die AGF ein virtuelles “Mega-Panel” installieren, das aus Daten des von Nielsen betriebenen Online-Panels sowie des Cross Media Panels der GfK bestehe.

Die Zusammenführung soll durch einen weiteren Dienstleister erfolgen. Mit diesem Mega-Panel sollen wichtige Informationen zu den Nutzungsüberschneidungen von TV und Online auf Computern und Mobilgeräten zur Verfügung stehen, so die Meldung weiter. Außerdem sollen alle Nutzungsvorgänge der im AGF-Standard abgebildeten Angebote im Rahmen einer Vollerhebung (Zensusmessung) erfasst werden. Durch die Zusammenführung dieser Datenquellen könne eine neue Qualität in der Messung crossmedialer Leistungswerte eröffnet werden, so die Meldung weiter.

Die AGF-Vorstandsvorsitzende Karin Hollerbach-Zenz ergänzte: „Ein wesentlicher Pfeiler der Integration von YouTube ist, dass das Forschungssystem, das im bewährten Konsens unter einem gemeinsamen Dach der Marktpartner aus Medien und Werbewirtschaft weiterentwickelt wird, damit auch im Segment der Online-Bewegtbildnutzung eine breite Marktabdeckung für unsere Datennutzer liefert. Nur mit der Einbeziehung von Marktteilnehmern jenseits der TV-Sender können wir einen crossmedialen Standard schaffen, der auch zukünftig der Komplexität unseres Marktes gerecht wird, die Werbetransparenz weiter erhöht und unseren hohen forscherischen Ansprüchen genügt.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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