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Puma vs. Werbe-Management :

Juventus Turin-Star Dybala kickte nicht in Puma-Schuhen

Das Landgericht Nürnberg-Fürth und das Oberlandesgericht Nürnberg hatten sich mit schwierigen Rechtsfragen im Zusammenhang mit einem Sponsoring-Vertrag zwischen dem Sportartikelhersteller Puma und der ehemaligen Werbemanagement-Firma von Fußballstar Paulo Dybala zu befassen. Der Fußballstar, der gemeinsam mit Cristiano Ronaldo für Juventus Turin spielt, sollte ab 2017 Werbung für Puma machen – und diese verlangten wegen ausbleibender Leistung nun 2,7 Millionen Euro Schadensersatz!

Von Oleg Bkhambri (Voltmetro) – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Dass Profi-Fußballer heutzutage zu großem Profit beitragen können, ist kein Geheimnis mehr. Insbesondere für Sportbekleidungshersteller können Deals mit den Stars lukrativ sein, denn jeder Hobbysportler kann im TV sehen, wenn sein Idol immer die gleiche Marke trägt. Das wollte sich auch Puma zunutze machen und schloss mit der Werbemanagement-Firma „Star Image Limited“ des argentinischen Star-Stürmers Paulo Dybala vom italienischen Verein Juventus Turin einen Sponsoring-Vertrag in Millionenhöhe. Star Image Limited war die Inhaberin von exklusiven und weltweiten, teils eingetragenen Marken-, Namens- und sonstigen kommerziellen Rechten an dem Spieler Dybala. Dabei sollte der Fußballer bei einer Werbekampagne mitwirken und mit Puma eine eigene „Signatur-Collection“ starten. Das Problem: Noch bevor der Vertrag unterzeichnet wurde, hatte Dybala den Vertrag zu seiner Managerin gekündigt, der eigentlich noch 10 Jahre laufen sollte.

Dybala hatte Vertrag gekündigt

Puma war nicht bekannt, dass Paulo Dybala bereits vor Abschluss des Sponsoring-Vertrages seinen Vertrag mit Star Image Limited gekündigt hatte. In der Folgezeit hielt der Fußballstar keine einzige der Verpflichtungen ein, welche die Firma für ihn in dem Sponsoring-Vertrag eingegangen war. Im Gegenteil schloss der Spieler einen Sponsoring-Vertrag mit einem anderen Sportartikelhersteller und wirkt seit Juni 2018 bei Werbemaßnahmen dieses Sportartikelherstellers mit. Puma erhob Klage zum Landgericht (LG) Nürnberg-Fürth und verlangte u.a. pauschalierten Schadensersatz in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Das ehemalige Werbe-Management war unter anderem der Auffassung, dass es keinen Schadensersatz schulde, weil sie selbst die Verpflichtungen des Spielers nicht erfüllen könne.

Werbemanagment von Paulo Dybala muss Mio.-Schadensersatz an Puma leisten

Das LG Nürnberg-Fürth hatte dem Sportartikelhersteller Puma erstinstanzlich recht gegeben (LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 27. Juni 2019, Az. 3 HK O 1292/18). Diese Rechtsauffassung hat das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg nun bestätigt (OLG Nürnberg, Urteil vom 23. März 2021, Az. 3 U 2801/19).

Nach Auffassung der Richter ergebe die Auslegung des Sponsoring-Vertrages, dass die Werbemanagement-Agentur die Pflichten Dybalas als eigene direkte Pflichten übernommen habe.

Zwar sei klar, dass letztlich nur der Spieler persönlich die im Vertrag geregelten Leistungen (z.B. in bestimmten Schuhen Fußball zu spielen) erbringen könne, die Beklagte habe jedoch die Pflicht übernommen, die aktive Mitwirkung des Spielers bei der Bewerbung der Puma-Produkte zu gewährleisten. Sie müsse diese Pflichten durch den Spieler auch selbst erfüllen und nicht nur auf den Fußballer Dybala einwirken. Weil sie dieser Pflicht nicht mehr nachgekommen sei, wurde sie zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 2,7 Millionen Euro verurteilt.

ses