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Ping-Calls – Bundesnetzagentur schiebt Telefon-Abzocke Riegel vor

Die Bundesnetzagentur hat am 04. Dezember 2017 angeordnet, dass Netzbetreiber und -anbieter für bestimmte internationale Vorwahlen kostenlose Preisansagen schalten müssen. Dadurch sollen teure Rückrufe, die durch die sogenannten Ping-Anrufe provoziert werden, verhindert werden. Die Verpflichtung, die vor den hohen Gebühren warnt, soll ab dem 15. Januar 2018 greifen und für 22 Länder gelten.

Ping-Calls sind sogenannte Lockanrufe. Der Anrufer lässt nur kurz anklingeln und legt anschließend auf. Ziel dieser Anrufe ist es, einen kostenpflichtigen Rückruf herbeizuführen. Die Nummern, die in diesen Fällen auf dem Handy erscheinen, sind leicht mit regionalen Vorwahlen aus Deutschland verwechselbar. Im Falle eines Rückrufs, werden Bandansagen geschaltet, die mehrere Euro pro Minuten kosten. Die Bandansagen reichen dabei von unverständlichen Ansagen in ausländischer Sprache bis hin zu Gewinnspielen, Erotikansagen oder angeblichen Paketzustellungen. So lässt sich zum Beispiel die Vorwahl von Dortmund 0231 mit der Vorwahl von Liberia 00231 leicht verwechseln. Obwohl die Rechnung vom deutschen Mobilfunkanbieter kommt, profitieren mittels standardisierter Abrechnungssysteme mit Netzbetreibern weltweit auch die unseriösen, oft anonymen Anbieter im Ausland, die später ihren Anteil erhalten.

Ping-Calls wird Riegel vorgeschoben

Die von der Bundesnetzagentur angeordnete Preisansagepflicht soll das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv machen und Transparenz für den Verbraucher schaffen. Die Preisansage soll den Anrufer vor Beginn des kostenpflichtigen Telefonats darauf hinweisen, dass dieser eine teure ausländische Rufnummer gewählt habe. Rufen die getäuschten Verbraucher zurück, so können sie künftig das Gespräch abbrechen, ohne dass für sie Kosten entstehen.

50.000 Beschwerden in zwei Monaten – Anzahl steigend

Allein im Oktober 2017 sollen bereits rund 30.000 Beschwerden zu Ping-Calls bei der Bundesnetzagentur eingegangen sein, was den bisherigen Rekord darstellt. Im November sind weitere 20.000 neue Beschwerden hinzugekommen. Somit liegen seit Jahresanfang insgesamt etwa 65.000 Beschwerden vor. Die Bundesnetzagentur hat angeordnet, dass in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für bestimmte internationale Vorwahlen geschaltet werden muss. Damit sollen teuere Rückrufe, die durch sogenannte Ping-Calls provoziert werden, verhindert werden. Die adressierten Mobilfunknetzbetreiber und Mobilfunkanbieter müssen die Anordnung bis spätestens 15. Januar 2018 für 22 Länder umsetzen. Dazu zählen:

Albanien (00355); Benin (00229); Bosnien-Herzegowina (00387); Burundi (00257); Elfenbeinküste (00225); Guinea (00224); Jemen (00967); Liberia (00231); Madagaskar (00261); Malediven (00960); Mali (00223); Marokko (00212); Mazedonien (00389); Serbien (00381); Seychellen (00248); Sierra Leone (00232); Somalia (00252); Sudan (00249); Tansania (00255); Tschad (00235); Tunesien (00216); Uganda (00256); Global Mobile Satellite System (00881)

Anrufe bei Bundesnetzagentur melden

Wer schon in die Abzock-Falle getappt ist, kann dennoch Glück haben und den Betrag zurückerstattet bekommen. Denn die Bundesnetzagentur hat für viele bekannte Rufnummern bereits ein „Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot“ ausgesprochen. Diese Nummern sind auf der Homepage der Bundesnetzagentur veröffentlicht und können dort eingesehen werden. Die Anrufe dürfen in diesem Fall nicht von dem Mobilfunkanbieter abgebucht werden, auch wenn sie schon auf der Telefonrechnung aufgeführt sind. Falls die Nummer des Anrufers nicht in der Liste auftaucht, kann diese bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

Damit ist ein erster wichtiger Schritt für die Transparenz und den Verbraucherschutz getan. Dennoch empfiehlt es sich wachsam zu sein und die Telefonnummer vor dem Rückruf zu recherchieren.

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aje/tsp


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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