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OLG Köln: Werbung mit der Bezeichnung „Testsieger“

Die Beklagte hatte in einer Annonce mit dem Satz „als eines von nur drei Instituten erhielt sie (= die Beklagte) für die Kreditberatung das Urteil GUT – und gehört damit zu den Testsiegern“ geworben. Hierin sah der Kläger eine Wettbewerbsverletzung, da die Beklagte durch die Verwendung des Begriffs „Testsieger“ impliziere, in dem Test das Spitzenergebnis erzielt zu haben. Tatsächlich habe die Beklagte aber nur das zweitbeste Ergebnis erzielt.

Mit Urteil vom 28.05.2008 gab das OLG Köln der Beklagten recht (Az: 6 U 19/08). Die Werbeaussage sei nicht als irreführende Werbung im Sinne von §§ 3, 5, 8 Abs. 1 und 3 Nr. 3 UWG zu werten. Aus ihr gehe für den durchschnittlich informierten und verständigen Verbraucher bei situationsangemessener Aufmerksamkeit hinreichend deutlich hervor, dass sich die Beklagte zwar zur Spitzengruppe der im Test bewerteten Kreditinstitute zähle, darüber hinaus jedoch für sich gerade nicht die absolute Spitzenstellung beanspruche. Durch die Verwendung der Pluralform „gehört damit zu den Testsiegern“ anstelle des Singulars „ist der Testsieger“ sei für den verständigen Verbraucher ersichtlich, dass das Unternehmen allenfalls das zweitbeste Testergebnis erreicht habe. Andernfalls sei nämlich zu erwarten, dass ein Unternehmen, das in einem entsprechenden Test den ersten Platz erreicht habe, dies auch unmissverständlich zum Ausdruck bringe.

(Quelle: MIR 10/2008)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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