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NRW: Filmwirtschaft beanstandet Kürzung von Filmförderetat

Die Meldung, dass die Film- und Medienstiftung NRW im nächsten Jahr weniger Geld zur Verfügung haben wird, hat in der Filmwirtschaft für Aufruhr gesorgt. Nun haben die Verbände vor möglichen Konsequenzen gewarnt.

Verschiedene Filmverbände und –institutionen haben in einem offenen Brief Stellung zu der geplanten Kürzung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen bei der Film- und Medienstiftung NRW bezogen. Demnach soll im nächsten Jahr eine Million Euro weniger im Fördertopf sein.

Zu den Unterzeichnern gehören Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen (Berlin/München), Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (Frankfurt), film & fernseh produzentenverband nrw (Köln), Filmbüro NW (Köln), VFFVmedia (Köln), Verband Deutscher Filmproduzenten (München) und Web de Cologne e.V. (Köln).

© Maria.P.-Fotolia

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Zu den Empfängern des Briefes zählen u. a. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters und die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Dr. Angelica Schwall-Düren.

In dem Brief heißt es:

„Mit Besorgnis und Erstaunen haben wir von den Plänen der Landesregierung erfahren, die Mittel für die Film- und Medienstiftung NRW um eine Million Euro zu kürzen. Dies wäre nach der Ankündigung durch den Intendanten des WDR, die freiwilligen Leistungen von drei Millionen Euro aus der Stiftung herauszunehmen, ein weiterer Schritt, den Film- und Medienstandort Nordrhein-Westfalen zu schwächen. Eine der Folgen könnte sein, dass auch die übrigen Gesellschafter der Stiftung ihre gemeinsame Verpflichtung in Frage stellen und ihr Engagement reduzieren, so dass der Gesamtschaden sich auf weit mehr als die jetzt absehbaren rund vier Millionen Euro belaufen wird.

Die Aufgaben der Film- und Medienstiftung NRW wurden in den letzten Jahren beständig erweitert, hinzu gekommen sind beispielsweise Vernetzung und Standortmarketing sowie Entwicklungsprogramme für digitale Medien und Games. Die Resultate dieser Arbeit fangen gerade an, Früchte zu tragen. Umso erstaunlicher ist es, dass die Landesregierung, entgegen ihrer früheren öffentlichen Bekundungen, den Etat hierfür nun kürzen will.

Andere Bundesländer, wie aktuell Baden-Württemberg, handeln mit einer Etaterhöhung entschlossen in eine entgegen gesetzte Richtung.

Für die hier ansässigen Film- und Medienunternehmen sowie ihre zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen die angekündigten Kürzungen eine massive perspektivische Bedrohung dar, die zu Abwanderungen in Richtung anderer Bundesländer führen kann. Zugleich dürfte die Mittelkürzung zu einem spürbaren Steuer- und Abgabenrückgang auf Landes- und kommunaler Ebene führen, da aus einem geringeren Fördervolumen zwangsläufig ein – proportional sogar noch deutlich höherer – Rückgang des sogenannten NRW-Effekts resultiert.

Wir fordern die Landesregierung und die entscheidenden Politiker auf, ihr Handeln in Hinsicht auf die möglichen Folgen noch einmal zu überdenken. Um den Bestand und die Entwicklung des Film- und Fernsehstandorts Nordrhein-Westfalen nicht zu gefährden, bedarf es konstruktiver und positiver Vorschläge, wie die finanzielle Ausstattung der Film- und Medienstiftung für die Zukunft gesichert und ausgebaut werden kann.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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