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Namensänderung verboten – Es bleibt dabei: Es gibt nur einen James Bond

Gestatten, mein Name ist Bond, James Bond. Im Falle eines Mannes aus dem Westerwald gilt dieser Satz jedoch weiterhin nicht. Er wollte wegen familiären Streitigkeiten sowie aus psychologischen Gründen seinen Vor- und Nachnamen ändern. Sogar Ärzte rieten ihm zu diesem Schritt. Das VG Koblenz entschied jedoch, dass der Mann sich nicht „James Bond“ nennen darf. Wer hätte das gedacht?

Möchtegern James Bond darf nicht James Bond heißen – Fotolia.de © agnadevi.

Das Verwaltungsgericht (VG) Koblenz hat einem Mann aus dem Westerwald untersagt, seinen Namen in „James Bond“ zu ändern (Urteil vom 09.05.2017, Az. 1 K 616/16 KO). Unter Berufung auf ein ärztliches Gutachten hatte der Mann eine Namensänderung bei der Verbandgemeinde beantragt.

Mediziner befürworten Namensänderung

Mediziner befürworteten auch eine Namensänderung aus psychologischen Gründen. Der Wunschname des Mannes war dann auch irgendwie folgerichtig „James Bond“. Immerhin zeigte er sich auch damit einverstanden, seinen Vornamen „lediglich“ mit dem Namen „James Bond“ zu kombinieren. Bereits in Großbritannien habe er seinen Namen in „James Bond“ ändern lassen. Die deutsche Verbandsgemeinde jedoch ließ mit sich in diesem Punkt nicht reden und lehnte den Antrag ab. Doch da hatten sie zunächst die Rechnung ohne den Möchtegern James Bond gemacht, denn dieser legte gegen die Ablehnung prompt Widerspruch ein. Anders jedoch als sein großes Vorbild, James Bond, der im Geheimdienst seiner Majestät stets schier unbezwingbar scheint, blieb auch der Widerspruch erfolglos. Daraufhin erhob der vermeintlich werdende 007 Klage vor dem Verwaltungsgericht (VG) in Koblenz.

VG Koblenz – Mann darf sich nicht James Bond nennen

Doch auch das VG Koblenz entpuppte sich für den Mann mehr oder weniger als Spielverderber a la Dr. No und lehnte die Klage des Mannes ab. Dies war bereits zuvor zu befürchten, da schon das Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz dem Mann einen Antrag auf Prozesskostenhilfe wegen mangelnder Aussichten auf Erfolg versagt hatten.

Zur Begründung führte das VG Koblenz an, dass eine Änderung des Vor- und Nachnamens in James Bond aufgrund familiärer Streitigkeiten nicht gerechtfertigt sei. Die Richter am VG Koblenz befanden, dass der Mann nicht nachvollziehbar begründet habe, dass ein anderer Name an den familiären Streitigkeiten etwas ändere. Die Tatsache, dass sein Onkel und dessen Familie ihn mehrfach angezeigt hatten, reiche nicht aus, um eine Namensänderung in „James Bond“ zu rechtfertigen.

Assoziation mit Filmfigur James Bond 007

Zudem handele es sich bei dem Namen „James Bond“ um eine berühmte Bezeichnung aus Film und Literatur. Der Name „James Bond“ werde dauerhaft mit der fiktiven Figur des britischen Geheimagenten von Ian Fleming in Verbindung gebracht. Dies sei selbst dann der Fall, wenn der jetzige Vorname des Mannes mit dem Namen „James Bond“ kombiniert werde. Aus diesem Grund könne einer Namensänderung in „James Bond“ leider nicht stattgegeben werden.

Bleibt am Ende das Fazit: Es gibt nur einen Rudi Völler…ähm…James Bond. Schade eigentlich, doch juristisch nun einmal völlig korrekt. Vielleicht versucht er es ja nochmals mit einem anderen Namen? Chuck Norris wäre eine Option.

lra/tsp


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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