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Nach Germany’s Gold: TV-Produzenten planen VoD-Plattform

Nachdem das VoD-Projekt „Germany’s Gold“ wegen kartellrechtlicher Bedenken nicht realisiert wurde, planen deutsche TV-Produzenten nun ein neues Projekt. 

Zu den Initiatoren der deutschen Online-Videoplattform gehören u. a. die Produktionsfirmen Brainpool und Beta Film. „Wir prüfen derzeit, ob es möglich ist, ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot zu entwickeln, das kartellrechtlich unproblematisch ist“, so eine mit dem Projekt vertraute Person gegenüber dem Handelsblatt.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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ARD-Tochterfirma beteiligt?

Angeblich soll auch mindestens eine privatwirtschaftliche Tochter der ARD an dem Projekt beteiligt sein, so die Meldung weiter. Bereits im Sommer diesen Jahres wurde Gerüchte laut, dass die WDR mediagroup eine Alternative zu “Germany’s Gold” in Angriff nehmen wolle.

Germany’s Gold Hintergrund

Bei dem geplanten Video-on-Demand-Portal „Germany’s Gold“ sollten 60 Jahre deutsche Fernsehgeschichte und nationale wie internationale Kinoerfolge online zugänglich gemacht werden.

Wettbewerbliche Bedenken

Das Bundeskartellamt hatte wettbewerbliche Bedenken geäußert, da ARD und ZDF als Unternehmer und Wettbewerber aufgetreten wären. Aufgrund der gebührenfinanzierten Produktion von Inhalten wäre zudem eine “erhebliche Wettbewerbsverfälschung” aufgetreten.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes sagte damals dazu: “ARD und ZDF treten als Unternehmer und Wettbewerber auf dem Markt für Video-On-Demand auf und müssen ihre Produkte deshalb auch wie andere Unternehmen unabhängig voneinander vermarkten. Nach den bisherigen Vorstellungen der Sendeanstalten würde die gemeinsame Online-Plattform es aber mit sich bringen, dass insbesondere die Preise und die Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden. Die kartellrechtlichen Probleme liegen auf der Hand.”

Gebührenfinanzierte Inhalte

Problematisch war für die Kartellwächter die Tatsache, dass sowohl die Mediathek, als auch die Produkion der Inhalte mit Gebühren finanziert seien. “Noch weitergehende Wettbewerbsbeschränkungen durch kommerzielle Töchter der Rundfunkanstalten können nicht hingenommen werden”, so Mundt damals weiter. Die Frage, ob die Erhebung eines Entgeltes für die Nutzung von gebührenfinanzierten Inhalten gerechtfertigt sei, sei dabei keine kartellrechtliche Frage. ARD und ZDF hatten zuvor angekündigt, auf Werbung nicht verzichten zu wollen.

Mit dem Markteinstieg von Netflix ist Bewegung in den VoD-Markt gekommen. Mittlerweile buhlen verschiedene Anbieter um die Gunst der Zuschauer.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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