Allgemein

Message on a banknote – eine Marketingstrategie mit Zukunft?

Ein Hamburger Marketingberater verspricht mit dem Projekt „Message on a banknote“ seinen Kunden eine enorme Reichweite. Das Prinzip: Die Werbebotschaften werden einfach auf Banknoten aufgeklebt und gehen auf diese Weise durch zahlreiche Hände. Gerechnet wird bei der Bestellung von 100.000 5-Euro Scheinen mit 10 Mio. Werbekontakten.

 

Zusätzlich sollen die Scheine noch als unbegrenzte Gutscheine fungieren. Mit Hilfe der Seriennummer eines jeden Scheines soll sich der Besitzer des Scheins auf einer Website einloggen können auf der das werbende Unternehmen besondere Angebote bereithält.

Die Scheine selbst sollen durch die Werbeaktion intakt bleiben. Die Werbebotschaft würde mit einem leicht zu entfernenden Aufkleber versehen werden.

Die Frage, die sich unweigerlich stellt ist, ob diese Marketingstrategie überhaupt erlaubt ist?

Aus unserer Sicht sprechen nach einer ersten Einschätzung keine gewichtigen Gründe dagegen. Im Strafrecht findet sich keine Norm, die dem Schutz von Banknoten dient oder Ähnliches. Zu denken wäre unter Umständen an eine Sachbeschädigung, wenn der Schein durch den Aufkleber dauerhaft verunstaltet wird. Da der Aufkleber jedoch problemlos und ohne Spuren zu hinterlassen von jedermann entfernt werden kann, scheidet eine Sachbeschädigung aus.

Denkbar wäre auch die Annahme eines Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht, wenn die beklebten Scheine als unzumutbare Belästigung qualifiziert werden würden. Aus unserer Sicht sind die bedruckten Scheine nicht anders als Flyer zu werten oder gewöhnliche Werbeplakate, die keine Belästigung im Sinne des Gesetzes darstellen.

Schließlich wäre noch an eine Urheberrechtsverletzung zu denken, die aus unserer Sicht jedoch ebenfalls ausscheidet. Die Scheine werden durch die Sticker weder nachhaltig verändert, noch wird der Inhalt der Scheine berührt. Urheber der Banknoten ist im Übrigen die EZB.

Fazit: Ob das Projekt „Message on a banknote“ eine erfolgreiche Marketingstrategie wäre, lässt sich nicht vorhersagen, rechtlich spricht jedenfalls nichts dagegen.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben | Trackback URL

  1. […] Message on a banknote – eine Marketingstrategie mit Zukunft? […]

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×