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Mehr Transparenz: ARD veröffentlicht Sendeplatzprofile

Die ARD hat einen Schritt Richtung mehr Transparenz gewagt und online die Sendeplatzprofile aller fiktionalen Fernsehfilm-Plätze und der wichtigsten Spielfilmplätze im Ersten zugängig gemacht. 

Bereits im Herbst 2012 hatten unabhängige Produzentenverbände (AG Dokumentarfilm e.V., AG DOK / Verband Deutscher Filmproduzenten, VDFP / film & fernsehproduzenten verband nrw e.v. / VFFVmedia, Verband der Fernseh-, Film-, Multimedia- und Videowirtschaft e.V) einen Verhaltenskodex erstellt, um die Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Anstalten mit den eigenen Tochtergesellschaften und unabhängigen Produktionsunternehmen neu zu regeln und damit mehr Transparenz zu schaffen.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Sendeplatzprofile veröffentlicht

Nun hat die ARD auf einen Teil der Forderungen reagiert und auf ihrer Webseite die Sendeplatzprofile veröffentlicht.

Vor allem für kleine und mittlere Produzenten ist es nun leichter, den ARD-Sendern zielgerichtete Projektangebote zu unterbreiten. Zwar könne die wirtschaftliche Benachteiligung der Unabhängigen Produzenten gegenüber den Sendertöchtern so nicht gänzlich beseitigt, jedoch verringert werden.

Die Unabhängigen Produzenten begrüßten zudem ausdrücklich die neuen Ansätze zum Umdenken bei der ARD, so die Meldung der Unabhängigen Produzenten.

Die veröffentlichten Sendeplatzprofile umfassen Beschreibungen für alle fiktionalen Sendeplätze im Hauptabend (Einzelstücke, Reihen und Serien), die jeweiligen Mengengerüste für Erstsendungen sowie die durchschnittlichen Minutenpreise.

„Tatort“ soll föderale Vielfalt darstellen

So lässt sich den neu veröffentlichten Informationen entnehmen, dass z. B. der „Tatort“ bzw. „Polizeiruf 110“ neben formalen und inhaltlichen Qualitäten auch ein Abbild der föderalen Vielfalt der ARD darstellen soll. Für die 90-minütigen Krimis werden rund 15.500,- Euro brutto pro Minute zur Verfügung gestellt.

Der Fernsehfilm ist nach Aussage der ARD die Königsdisziplin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Filme, die am sogenannten »FilmMittwoch« gezeigt werden, sollen inhaltlich und stilistisch vielfältig sein und vom zeit- und sozialkritischen Film bis zum emotionalen Melodram, von der Komödie bis zum politischen Thriller, vom großen Drama bis zum Kammerspiel, von der reinen Fiktion bis zum Dokudrama reichen, so die Angaben der ARD.

Auch junges Publikum ansprechen

Dabei gelte es auch hier die hohen Qualitätsstandards (Besetzung, Ausstattung, Dramaturgie, Regie) einzuhalten und eine zeitgemäße Erzählkultur zu pflegen. Neben publikumswirksamen historischen Stoffen (wie z.B. „Rommel“ oder „Der Turm“) wolle man mit anderen Produktionen wie z. B. „Homevideo“ oder „Auslandseinsatz“ auch junge Publikumsgruppen ansprechen, so die Sendeplatzbeschreibung weiter. Auch bei diesem Sendeplatz liegen die durchschnittlichen Minutenpreise bei 15.500,- Euro brutto.

Zum Wochenende hin zahlt die ARD sogar noch etwas mehr für ihre Produktionen: die Spielfilme am Donnerstag, Freitag und Samstag durchschnittlich 17.500,- Euro brutto pro Minute. Einzig die Feiertagsproduktionen sind mit 19.000,- Euro brutto Spitzenreiter, was die Kosten angeht. Die Minutenpreise liegen dabei Total-buy-out-Verträge zu Grunde, Wiederholungshonorare und Auslandsrechte seien damit bereits abgegolten, so die Informationen der ARD weiter.

Die gesamten Sendeplatzprofile der ARD finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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