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MDR-Rundfunkrat fordert Diskussion über ARD-Sportrechte

Die hohen Summen für den Sportrechtekauf und die exponierte Stellung des Fußballs im Programm der ARD sorgen erneut für Diskussionen. Der MDR-Rundfunkrat hat ein Positionspapier abgestimmt, welches sich diesen Themen widmet.

Es dürfe nicht sein, dass eine einzelne Sportart aufgrund ihrer programmpolitischen Bedeutung und der finanziellen Vorherrschaft die Breite und Vielfalt der Berichterstattung einschränke, so die Meldung des MDR-Rundfunkrats. Gerade die ARD habe als öffentlich-rechtlicher Sender den Sport in seiner ganzen Vielfalt abzubilden.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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70% des Sportrechteetats für Fuball

Zwar sei es notwendig, attraktive Rechte zu kaufen, um viele Zuschauer anzusprechen, jedoch würden rund 70% des Sportrechteetats in den Fußball fließen. Insofern sei die „Gesamtsituation beim Erwerb der Sportrechte unausgewogen“, so die Meldung weiter. Hinzu komme, dass Fußball einen Anteil von 29 Prozent an der gesamten Sportberichterstattung habe.

Der MDR-Rundfunkrat bittet mit seinem Papier die GVK, die ARD zu der Einführung von klar vergleichbaren Regelungen für die Praxis interner Leistungsverrechnung aufzufordern, so die Meldung weiter. Die Berichterstattung von anderen Sportarten dürfe nicht durch die Kosten für Rechte und Produktion der Fußballberichtersattung eingeschränkt werden. Auf lange Sicht gelte es zudem, den Fußballrechteetat zu reduzieren, so die Forderung des MDR-Rundfunkrates.

Auch Produktionskosten mitteilen

Generell sollen den Gremien neben den Rechtekosten auch die zu erwartenden Produktionskosten mitgeteilt werden, so eine weitere Forderung. Dabei seien Sportverbände grundsätzlich nicht an Produktionskosten zu beteiligen. Auch solle geprüft werden, ob und wie man bei finanziell hoch vergüteten Senderechten das Recht auf unentgeltliche Kurzberichterstattung in Anspruch nehmen könne.

Ein weiterer Punkt ist das Thema Livestreaming. Wenn die ARD Rechte an einem Sportereignis erworben habe, sollten auch originäre Livestreamings, also die alleinige Übertragung per Livestream, möglich sein, so die Meldung weiter.

Allgemein empfehle man, alle drei Jahre Praxis und Entwicklung der Sportrechte und Sportberichterstattung neu zu diskutieren, so die Meldung des MDR-Rundfunkrates weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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