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Lokalsender-Rahmenprogramm „Volks TV“ soll im März starten

Ex-RTL-Chef Helmut Thoma will den Lokalsendermarkt revolutionieren. Gegenüber der Financial Times Deutschland sagte Thoma, er wolle bereits ab März 2012 mit seiner Firma Volks TV ein bundesweites Rahmenprogramm für Lokalsender starten. Erste Verträge seien bereits mit den Sendern Hamburg 1, TV Berlin, NRW TV, Rhein-Main-TV und BW Family TV geschlossen. Diese haben zusammen eine Reichweite von 10 Millionen Haushalten.

„Bisher habe ich noch niemanden gefunden, der unser Modell als grundsätzlich falsch betrachtet“, so Thoma gegenüber der Financial Times. Das Konzept von Thoma sieht vor, dass der Anteil an Lokalem auf wenige Stunden am Vormittag und Vorabend reduziert wird, den Rest des Tages sollen die Sender das Rahmenprogramm von Volks TV ausstrahlen, so die Angaben der FTD. Die Finanzierung des Vorhabens soll bis Februar abgeschlossen sein, ein Private-Equity-Unternehmen habe man bereits als Investor gewinnen können, so Thoma. Über die inhaltliche Ausrichtung machte er keine Angaben.

Zudem solle eine zentrale Werbevermaktung für das Rahmenprogramm aufgebaut werden. Produziert werde das Programm in den Studios von NRW TV, große Investitionen in Infrastruktur solle es anfangs nicht geben: „Fernsehen ist wirklich nicht mehr unübersteigbar teuer“, so Thoma gegenüber der FTD. „Langfristig kann man nur etwas aufbauen, wenn man am Anfang sein Geld zusammenhält.“ Und weiter sagte er: „Wenn es mir in zwei Jahren gelingt, auf zwei bis drei Prozent Marktanteil zu kommen, bin ich hochzufrieden.“ Dennoch plane Thoma, dass Volks TV, nach RTL und ProSieben Sat.1, der drittgrößte private Anbieter werde.

Verbreitet werden soll Volks TV über das analoge Kabelnetz, dessen begrenzte Anzahl von Plätzen Thoma als Vorteil sieht, da die Konkurrenz bei den digitalen Sendern hingegen sehr groß sei, so die FTD.

Erst im Oktober letzten Jahres hatten sich 67 Lokalsender zum Bundesverband Lokal-TV zusammengeschlossen. Der Vorsitzende des Bundesverbands Lokal-TV – BLTV, Klaus-Dieter Böhm sprach damals von der „Formierung eines Mediengiganten, der die Werbewirtschaft aufhorchen lassen wird.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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