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LG München I: Kein Anspruch auf Schadensersatz gegen Fußball-Nationalspieler Schweinsteiger

Vor dem LG München I hatte ein Rechtsanwalt den Fußballspieler Schweinsteiger auf Zahlung von Schadensersatz in Höhe von € 800.000 verklagt. Zu dem Rechtsstreit war es gekommen, nachdem der Fußballstar den Rechtsanwalt Ende 2005 damit beauftragt hatte, einen zuvor mit einer weiteren Partei geschlossenen Beratervertrag aufzulösen. Der Rechtsanwalt bot Schweinsteiger daraufhin an, auch über dieses Mandat hinaus für ihn im Rahmen eines umfassenden Beratungs- und exklusiven Vermarktungsvertrages tätig zu werden. Diesem Vertrag soll Schweinsteiger, so hatte der Kläger behauptet, per Handschlag mit einer Vertragslaufzeit bis 2010 zugestimmt haben. Als ein halbes Jahr später bekannt geworden war, dass der Fußballspieler inzwischen mit einer dritten Beratungsagentur eine Beratungs- und Vermarktungsvereinbarung getroffen hatte, verklagte der Rechtsanwalt Schweinsteiger auf Schadensersatz.

Das LG München I wies die Klage nunmehr ab (Az.: 20 O 4337/08). Das Gericht sah den angeblich per Handschlag zwischen dem Rechtsanwalt und dem Fußballspieler besiegelten Vertragsschluss als nicht ausreichend nachgewiesen an. Zu dieser Überzeugung gelangte das Gericht, nachdem sowohl der Beklagte als auch dessen Bruder der Darstellung vom Vertragsschluss per Handschlag widersprochen hatten. Schriftliche Unterlagen über den Vorgang existierten nicht. Auch weitere Indizien, die der Kläger vorgetragen hatte, um den Abschluss eines entsprechenden Beratervertrages nachzuweisen, überzeugten das Gericht nicht zweifelsfrei von seiner Darstellung. So sah es das Gericht zum Nachweis des Vertragsschlusses insbesondere als nicht ausreichend an, dass der Beklagte den Kläger verschiedenen Personen als „Berater“ vorgestellt habe. Auch die Tatsache, dass Telefonnummern, wie die Telefonnummer der Freundin des Beklagten und des Bundestrainer an den Kläger weitergegeben worden seien oder dass Interviews im Namen des Beklagten geführt worden seien, genügten dem Gericht nicht zum zweifelsfreien Nachweis des Vertragsschlusses. Dementsprechend lehnte das Gericht, die Klage des insoweit beweispflichtigen Rechtsanwalts ab.

Quelle: Pressemitteillung des LG München I vom 01.12.2009

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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