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LG Düsseldorf zu Lisa Loch :

7000 Euro Schadensersatz für unbefugte Foto-Veröffentlichung

Vielen ist der Name Lisa Loch noch im Zusammenhang mit dem Comedian Stefan Raab bekannt. Im Jahr 2001 parodierte Raab in seiner Sendung TV Total ein Fernsehinterview mit der damals 16-Jährigen. Lisa Loch klagte daraufhin erfolgreich gegen Raab wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung. Nun war die junge Frau erneut vor Gericht siegreich. Vor dem Landgericht Düsseldorf klagte sie auf Schadensersatz, da ein Vergleichsportal ihr Foto ohne Einwilligung verbreitet hatte.

Von Michael Schilling – Eigenes Werk CC BY-SA 3.0

Am Mittwoch, den 14.10.2020 klagte Lisa Loch vor dem Landgericht in Düsseldorf gegen ein Vergleichsportal, welches ohne ihre Einwilligung mehrere Fotos von ihr im Internet verbreitet hatte. Sie forderte 8927 Euro Schadensersatz. Das Model hatte vor Jahren für einen Aldi-Prospekt posiert. Pro Shooting-Tag hatte sie ein Honorar von 1500 Euro erhalten. Das beklagte Vergleichsportal hatte sich an diesen Aufnahmen jedoch einfach bedient, ohne eine gesonderte Einwilligung bei Lisa Loch einzuholen. Aufgrund dieser Verletzung des Rechts am eigenen Bild zog die 35-Jährige nun vor Gericht.

Das ist nicht das erste Mal, dass Lisa Loch einen medienwirksamen Prozess führt. Schon im Februar 2004 verklagte Lisa Loch Stefan Raab, weil dieser ihren Namen wiederholt in anzüglicher Art und Weise in seiner Sendung nutzte.

Bekannt durch Prozess gegen Stefan Raab

Im Jahr 2001 wurde die damals 16-jährige Lisa Loch aufgrund ihres Namens und eines harmlosen Satzes in einem Kurzinterview wiederholt schwerwiegend diffamiert. Der Moderator Stefan Raab hatte in seiner Sendung TV Total mehrfach einen Fernsehspot kommentiert, in dem sich die Klägerin mit den Worten: „Mein Name ist Lisa Loch und ich bin 16 Jahre alt“ für einen Schönheitswettbewerb vorstellte. Unter anderem äußerte er ihren Namen im Kontext mit einem beruflichen Einstieg ins Pornogeschäft. Es wurde zeitgleich Gelächter und ein Standbild der Klägerin eingeblendet. Immer wieder nahm Raab auf Lisa Loch Bezug und zog ihren Namen ins Lächerliche. Durch die wiederholten Beiträge sei die Klägerin dem Gespött ihrer Mitschüler und der Öffentlichkeit ausgesetzt gewesen und habe unter anderem obszöne Anrufe ertragen müssen.

Das OLG Hamm verurteilte Stefan Raab wegen Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 70000 Euro.

Das Gericht führte zum Fall aus, Satire könne einen beachtlichen Freiraum beanspruchen, dürfe eine Person aber im Kernbereich nicht verletzen. Das Grundrecht der Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) gelte nicht uneingeschränkt. Vielmehr finde es seine Grenzen im Allgemeinen Persönlichkeitsrecht der Betroffenen. Im Einzelfall sei immer eine Abwägung dahingehend zu treffen, ob die Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts derart schwerwiegt, dass die Kunstfreiheit dahinter zurücktreten muss. Dabei verwies das Gericht im Fall Lisa Loch darauf, dass gerade die Persönlichkeit von Minderjährigen eines besonderen Schutzes bedarf. Es sei zu beachten gewesen, dass die Klägerin durch die Sendung gezielt lächerlich gemacht worden sei.

Recht am eigenen Bild verletzt

Auch mit ihrer Klage gegen das Vergleichsportal hatte Lisa Loch zum großen Teil Erfolg.

Zwar brachte der Geschäftsführer des Unternehmens vor, die Übernahme des Prospekts auf dem Vergleichsportal sei ein automatischer Vorgang, welcher bei allen Vergleichsportalen so ablaufen würde. Es würde dabei nicht noch einmal überprüft werden, ob das Material auch freigegeben sei. Dies sei auch im Interesse von Supermarkt-Betreibern wie Aldi, da die Angebote in den Prospekten so eine größere Reichweite hätten.

Das sahen die Richter allerdings anders. Freigegeben waren die Bilder in Lisa Lochs Fall nicht. Wird ein Bild ohne Einwilligung verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt, dann liegt in der Regel die Verletzung des Rechts am eigenen Bild gemäß § 22 Kunsturhebergesetz (KUG) vor. Darin fühlte sich Lisa Loch verletzt.

7000 Euro Schadensersatz nach Vergleich

Was für Aldi einen großen Vorteil darstellte, da die Angebote so nicht nur auf eigenen Plakaten oder in eigenen Prospekten erschienen, stellte für Lisa Loch einen schwerer wiegenden Nachteil dar, so die Ansicht der Richter. Zudem sei zu berücksichtigen gewesen, dass ihre Bilder ohne ihre Einwilligung fünf Jahre lang auf der Seite des Vergleichsportals zu finden waren.

Der Geschäftsführer des Vergleichsportals befürchtet nun einen Untergang der Vergleichsportale , sollten solche Klagen zur Gewohnheit werden.

Man einigte sich am Ende auf 7000 Euro Schadensersatz.

mwb