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Lehrer dürfen ihren Schülern nur vorübergehend ihr Handy wegnehmen

Heutzutage besitzt nahezu jeder Erwachsene ein Handy. Unter Kindern sind Handys ebenfalls schon länger sehr beliebt und stellen oftmals auch ein Statussymbol dar. Neben dem Telefonieren werden die Mobiltelefone auch zum Chatten und Spielen verwendet. Problematisch wird es, wenn die Kinder die Handys mit in die Schule nehmen und auch dort unentwegt benutzen. Für die Lehrer stellt sich dann die Frage ob sie den Kindern das Handy wegnehmen dürfen, um den Unterricht weiter vorantreiben zu können.

 Lehrer dürfen ihren Schülern nur vorübergehend ihr Handy wegnehmen © Scanrail - Fotolia
Lehrer dürfen ihren Schülern nur vorübergehend ihr Handy wegnehmen © Scanrail – Fotolia

Diese Frage lässt sich jedoch nicht einheitlich beantworten, da die Benutzung der Handys in den Schulordnungen festgelegt wird und diese auf Länderebene geregelt werden. Mithin können je nach Bundesland Unterschiede auftreten. Prinzipiell lässt sich jedoch festhalten, dass ein gänzliches Handyverbot in Schulen nicht durchgesetzt werden kann.

Handynutzung in der Schule kann gerechtfertigt sein

In einzelnen Bundesländern wie Bayern, ist es auf dem gesamten Schulgelände verboten das Mobiltelefon einzuschalten. Ein grundsätzliches Verbot kann hieraus jedoch nicht abgeleitet werden. Die Nutzung des Handys kann beispielsweise gerechtfertigt sein, wenn Kinder ihre Eltern unbedingt erreichen müssen. Während einer Unterrichtsstunde ist der Gebrauch des Handys jedoch strikt untersagt. In dieser Frage beinhalten die Schulordnungen aller Bundesländer ein generelles Nutzungsverbot. Sofern sich ein Schüler über dieses Verbot hinwegsetzt und das Handy dennoch im Unterricht benutzt, so darf der Lehrer dem Schüler das Handy bis zum Ende der Unterrichtsstunde wegnehmen. Im Anschluss muss das Handy jedoch wieder herausgegeben werden. Ansonsten würde der Lehrer das Eigentum des Schülers verletzen.

Mitnahmerecht von Handy zu Schulprüfungen

Eine besondere Regelung gilt beim Mitnahmerecht der Handys zu schulischen Prüfungen. Die Technik ist mittlerweile so weit vorangeschritten, dass viele Geräte internetfähig sind. Daher besteht die berechtigte Gefahr, dass die Kinder mit dem Handy Lösungen aus dem Internet aufrufen und so die Aufgaben bearbeiten. Dementsprechend kann jede Nutzung des Mobiltelefons während einer Prüfungsarbeit als potentieller Täuschungsversuch bestraft werden. Als Konsequenz droht das Nichtbestehen der Prüfung (Verwaltungsgericht Karlsruhe; Az: 7 K 3433/10).