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Kein Urheberrechtsschutz für historische Ereignisse

In einem aktuellen Rechtsstreit hatte sich das LG München (Az. 21 O 15192/07) damit zu beschäftigen, ob die in einem Roman als Romanvorlage verwendeten historischen Fakten Urheberrechtsschutz genießen.

Im vorliegenden Fall hatte ein Krimiautor gegen eine andere Krimiautorin wegen eines Plagiatvorwurfs geklagt. Beide Kriminalromane beschäftigten sich teilweise mit historischen Morden. Das Gericht kam daher zu der Überzeugung, dass die verwendeten historischen Fakten, die aus amtlichen und freizugänglichen Akten stammen, der angeklagten Autorin lediglich als Romanvorlage dienten. Durch die Ausschmückung der historischen Fakten und der klaren Unterschiede zwischen den beiden Romaninhalten, kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass der Plagiatvorwurf unbegründet sei. Vielmehr handele es sich bei den verwendeten historischen Fakten um freizugängliches Allgemeingut.

Aus der Pressemitteilung des Gerichts: „(…)Das Gericht bewertete den Abstand beider Werke in der konkreten sprachlichen Gestaltung als ausreichend. Hinsichtlich einzelner Szene- und Handlungselemente – etwa der Reihenfolge der Morde – folgte das Gericht nicht der Sicht des Klägers, diese seien seiner Phantasie entsprungen, so dass er sie urheberrechtlich für sich beanspruchen könne. Nach Durchsicht der noch vorhandenen Ermittlungsakten, Polizeiberichte und Pressemitteilungen kam das Gericht zu der Erkenntnis, dass der Kläger häufig lediglich historische Überlieferungen weiter ausgeschmückt hat oder die Beklagte bestimmte Handlungselemente öffentlich zugänglichen amtlichen Dokumenten entnehmen konnte.(…)“

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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