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KEF-Sparauflagen: ZDF muss 400 Stellen abbauen

Die Sparauflagen der KEF haben für das ZDF doch größere Konsequenzen als angenommen: War bislang die Rede davon, rund 300 Stellen abbauen zu müssen, sind es mittlerweile bis zu 400 Stellen.

Bei diesen Zahlen handele es sich um so genannte Vollzeitäquivalente, was bedeutet, dass mitunter auch Teilzeitkräfte zusammengezählt werden, was wiederum zur Folge hat, das mehr Mitarbeiter als Stellen betroffen sein können.

Krisenmodus wieder verlassen

ZDF-Intendant Thomas Bellut zeigte sich jedoch zuversichtlich, der bereits vor einem Jahr verfügte Stellenstopp und ein Frühverrentungsmodell würden bereits Wirkung zeigen. „Zum 1. April 2013 werde ich den bestehenden Einstellungsstopp schrittweise aufheben“, so Bellut laut einer Meldung des ZDF. „Wir müssen den Krisenmodus, in dem wir uns seit einem Jahr bewegen, wieder verlassen.“

Ein Teil der Einsparung von Stellen ist dabei die Bündelung der Kulturredaktionen von ZDF, 3sat und ZDFkultur in Berlin, die am 1. Januar 2013 als „Redaktion Kultur Berlin“ ihre Arbeit beginnt. Wie ebenfalls bereits angekündigt werden auch künftig Formate gestrichen werden müssen, dazu zählt nun auch der wöchentlichen Nachrichtenrückblick „ZDFwochen-journal“. Dieses Format werde nur noch bis Ende 2012 ausgestrahlt werden. Die Sendungen „Der Marker“ auf ZDFkultur sowie der wöchentliche „Blickpunkt“ und das „Nachtstudio“ fielen bereits vor einigen Monaten den Sparauflagen zum Opfer.

ZDF-Belegschaft: teilweise „unzumutbare Ausmaße“

Nach Angaben des Branchendiensts kress.de hat die ZDF-Belegschaft bereits eine Resolution an die Mitglieder der KEF beschlossen. Darin heißt es: „Das ZDF hat in den letzten Jahren sein Angebot stetig ausgeweitet, weil der Gesetzgeber den Programmauftrag neu definiert hat. Diese auch von den ZDF-Gremien beschlossene Angebotserweiterung hat bereits zu einer deutlichen Arbeitsverdichtung geführt. Zwar konnte der vorgegebene Kostenrahmen insgesamt eingehalten werden, dennoch hat die KEF dem ZDF für die neue Gebührenperiode rigide Sparvorgaben im Personalbereich gemacht.“

Durch das Einsparen von Stellen gehe auch der „Know-how-Verlust durch das vorzeitige Ausscheiden erfahrener Kollegen“ einher, so die Kritik der ZDF-Belegschaft. Zudem hätte die Arbeitsverdichtung aufgrund der Sparpolitik teilweise „unzumutbare Ausmaße“ angenommen, so die Angaben von kress.de weiter. Daher wolle man betonen, „dass ein weiterer massiver Personalabbau nicht mehr möglich ist, ohne unseren öffentlich-rechtlichen Programmauftrag schwer und nachhaltig zu beeinträchtigen“.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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