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Jünger und informativer: WDR plant neues Programmschema

Der WDR plant eine umfangreiche Änderung des Programmschemas. Man wolle künftig vor allem jünger und informativer werden, so die Pläne.

In dem dreiseitigen Papier, dass der Branchendienst kress.de zur Ansicht online gestellt hat, hat WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn unter dem Motto: „Informationsorientiert, übersichtlich, jünger: Das neue Programmschema des WDR Fernsehen“ zusammengefasst, wie das neue Programm aussehen soll.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Jüngere Zielgruppen ansprechen

Vor allem wolle man künftig jüngere Zielgruppen ansprechen. Zugewinnen beim Publikum ab 65 Jahren würden bislang kontinuierliche Verluste bei den unter 65jährigen gegenüberstehen. Diesem Negativtrend wolle man entgegenwirken, da er sich auch auf die Gesamtreichweite auswirke, heißt es in dem Papier. So würde lediglich ein Drittel der unter 60jährigen Zuschauer ein Mal am Tag den WDR einschalten. Vor zehn Jahren erreichte man im Durchschnitt 5,04 Mio. Menschen pro Tag, 2014 waren es nur noch 3,94 Mio.

Strategische Ziele

Man habe dafür drei strategische Ziele formuliert: die Verjüngung des linearen Programms, 360-Grad-Verbreitung der Inhalte in der digitalen Welt und programmliche Innovationen. Doch trotz des Willens zur Verjüngung müsse man darauf achten, alle Altersgruppen mit dem Programm anzusprechen. So sollen nicht nur junge Erwachsene angesprochen werden, sondern auch die Generation der 35-55jährigen, die aufgrund der bevölkerungsstarken Jahrgänge für die Zukunft des WDR von entscheidender Bedeutung sei.

Image-Wandel nötig

Aus diesem Grund seien bei der Änderung des Sendeschemas auch Insellösungen – also eine Renovierung einzelner Sendungen oder deren Verlegung – nicht ausreichend, sondern man müsse einen grundlegenden Image-Wechsel vollziehen, heißt es in dem Papier weiter. Zudem müssten Sendungen auf gemeinsamen Flächen verzahnt werden, damit zentrale Kompetenzen wie regionale Berichterstattung, Investigatives, Hintergrund oder Wissen besser sichtbar werden.

Leitlinien

Man habe ein Konzept für die umfangreichen Schema-Änderungen entwickelt, die auf folgenden Leitlinien basieren: Ausweitung der regionalen Informationen im Vor- und Hauptabend, Platz für zielgruppenrelevante Inhalte in der Primetime, übersichtliche und verlässliche Programmflächen statt Kleinteiligkeit sowie „Tagesfarben“ und einen verbesserten Audienceflow.

Diese Programmschemareform ist die umfassendste Programmänderung seit 1996 und soll im Kern zum Januar 2016 umgesetzt werden.

Das komplette Papier finden Sie hier (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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