Navigation öffnen
Startseite » News » Allgemein » IMDb-Klage: Schauspielerin gibt ihre Identität preis
IMDb-Klage :

Schauspielerin gibt ihre Identität preis

Für Filmfreunde ist die amerikanische Datenbank IMDb ein Segen, findet man doch dort sämtliche Informationen zu Filmen, Schauspielern, Regisseuren etc. Doch nicht alle begrüßen die öffentlich zugänglichen Informationen.

Im November 2011 hatte eine Schauspielerin unter dem Pseudonym „Jane Doe“ Klage gegen die Onlinedatenbank IMDb, die von Amazon betrieben wird, eingereicht, da IMDb das Geburtsdatum der über 40-Jährigen ohne deren Einwilligung öffentlich gemacht hatte. Die anonyme Schauspielerin fürchtete, dadurch keine lukrativen Angebote mehr zu bekommen, da es gerade weniger bekannte Schauspielerinnen in Hollywood ab diesem Alter schwer hätten.

Nach Angaben des Branchendiensts digitalfernsehen.de hatte die verantwortliche Bundesrichterin Marsha Pechman es abgelehnt, einen Prozess unter geschützter Identität zu führen, da der Schaden durch das veröffentlichte Alter nicht „schwerwiegend genug“ sei. „Jane Doe“ hatte zwei Wochen Bedenkzeit, ob sie den Prozess unter ihrem richtigen Namen weiterführen wolle. Nun führt Junie Hoang, so der Name der zuvor anonymen Schauspielerin, den Prozess unter ihrem bürgerlichen Namen fort.

Über 1 Million Dollar Schadensersatz

Nach Angaben von NYDaily.com verklagt Junie Hoang die Seite auf 75.000 plus eine Million Dollar Schadensersatz, da IMDb nicht nur Alter, sondern auch ihren Geburtsnamen Huang Hoang veröffentlicht habe. Hoang hatte sich den Künstlernamen Junie zugelegt, da sie mögliche Benachteiligungen aufgrund ihres asiatischen Namens unterbinden wollte.

Hoang beschuldigt die Datenbank, ihre persönlichen Daten von ihrer Kreditkarte, die sie 2008 genutzt hatte, um sich für das „Industry insider update“ zu registrieren, gesammelt und veröffentlicht zu haben, so die Angaben von NYDaily.com. Hoang sieht den Tatbestand des Vertragsbruchs bezüglich Persönlichkeitsrecht und Datenschutz als gegeben an.

Screen Actors Guild: „Unfaire und missbräuchliche Praxis“

Die amerikanische Schauspielervereinigung „Screen Actors Guild“ begrüßte in einer Pressemitteilung den Mut und die Entschlossenheit von Hoang, sich der „unfairen und missbräuchlichen Praxis“, private Informationen von Schauspielern ohne deren Einwilligung zu veröffentlichen, zu widersetzen.

Weiter heißt es dort: „Als berufstätiger Schauspieler von mittlerem Bekanntheitsgrad ist es ohnehin schon außerordentlich schwierig, sein Leben zu meistern. Das unangebrachte Beharren von Imdb, persönliche Informationen wie das Geburtsdatum zu veröffentlichen, machen es noch schwerer. Wir alle haben ein Recht auf Privatheit und wenn persönliche Daten von berufstätigen Schauspieler – die keine berühmten Megastars sind – ohne deren Einwilligung veröffentlicht werden, ist eine Linie überschritten. Jeder hat das Recht darauf zu kontrollieren, welche persönlichen Informationen in sozialen Medien veröffentlicht werden – das sollte auch für Schauspieler und alle anderen aus der Filmbranche gelten. Dies gilt umso mehr, wenn die Firmen, die diese Informationen nutzen, damit auch noch Geld verdienen, so wie IMDb das tut.“

Nach Angaben von US-Medien wird in den nächste Wochen über den Beginn des Prozess entscheiden.