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Herbert Grönemeyer-Prozess :

Paparazzis zu Bewährungsstrafen verurteilt

Zwei Paparazzi hatten Strafanzeige  gegen Herbert Grönemeyer erstattet, da er sie sowohl verbal als auch körperlich attackiert haben soll. Nun jedoch wurden die Männer selbst zu Bewährungsstrafen verurteilt. Das Urteil des LG Köln überstieg dabei sogar noch die Forderung der Staatsanwaltschaft.

Von Superbass – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Am 27. Februar 2019 wurde vor dem Landgericht (LG) Köln im Grönemeyer-Prozess verhandelt. In dem Verfahren ging es um die Frage, ob zwei Paparazzi den Sänger zu Unrecht als gewalttätig dargestellt hatten. Die beiden Fotografen waren wegen falscher Verdächtigung und uneidlicher Falschaussage angeklagt. Der Streit zog sich bereits seit 2014 hin. Damals hatten die Paparazzi Grönemeyer am Flughafen Köln/Bonn aufgelauert, ihm nachgestellt und ihn mit seiner zu dem Zeitpunkt noch neuen Freundin fotografiert. Daraufhin soll der Sänger die Fotografen nach ihrer Darstellung geschlagen und gewürgt haben.

Fotografen provozierten Grönemeyer

Die Promifotografen erstatteten Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung, doch vor Gericht verstrickten sie sich in Widersprüche. Das Verfahren gegen Grönemeyer wurde wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt. Im jetzigen Verfahren stehen die Fotografen im Mittelpunkt. Sie sollen den Sänger im Strafverfahren absichtlich zu Unrecht beschuldigt haben, sodass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sie erhob.

In dem Verfahren vor dem Kölner Landgericht stellte sich im Verlauf der Verhandlung heraus, dass die beiden Fotografen den Künstler wohl bewusst provoziert haben, um besonders dramatische Bilder schießen zu können. Die Fotos und Videos von dem Vorfall wurden anschließend an diverse Boulevard-Zeitungen verkauft und tausendfach geklickt. Auf den Videos war Grönemeyer zu sehen, wie er auf einen der Paparazzi zuläuft und ruft: „Fuck off! Fuck off! (Hau ab!) Ich bin privat hier, du Affe!“ Anschließend läuft Grönemeyer auf den anderen Fotografen zu und packt ihn im Nacken, so jedenfalls wirkt es. Der Fotograf geht zu Boden, Grönemeyer ruft „Geh nach Hause!“.

Als Grönemeyer vor dem Gericht aussagte, berichtete er hingegen von regelrechten Jagdszenen, die ihn noch Monate danach beschäftigt hätten. Der Sänger wurde anschließend von diversen Klatschzeitschriften als prügelnder Choleriker dargestellt.

Mehrere Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass die von Grönemeyer ausgeführten Schläge kaum zu den von den Fotografen behaupteten Verletzungen geführt haben können. Im Übrigen konnten die Angeklagten auch nicht beantworten, warum sie über eineinhalb Stunden vom Flughafen zum Krankenhaus gebraucht haben, was die Vermutung nahe legt, sie hätten sich die Verletzungen in der Zwischenzeit selbst zugefügt.

Am letzten Verhandlungstag ließ das Gericht bereits durchblicken, dass es den Ausführungen der Paparazzi wenig Glauben schenkt.

Bewährungsstrafen für Grönemeyer-Paparazzis

Nun verurteilte das LG Köln die beiden Paparazzi zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr wegen uneidlicher Falschaussage (§ 153 StGB) und falscher Verdächtigung (§ 164 StGB). Zudem wurden die Fotografen zu jeweils 90 Tagessätze zu 75 bzw. 10 Euro Geldstrafe verurteilt. Die beiden Fotografen hätten es darauf angelegt, so der Richter, Grönemeyer zu provozieren und seine wütende Reaktion zu filmen. Als der Künstler dann nach einem Fotografen schlug, habe er in Notwehr gehandelt.