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Handwerker dürfen Fotos der Wohnung eines Kunden zu Werbezwecken nutzen

Handwerker dürfen Fotos der Wohnung eines Kunden zu Werbezwecken ins Internet stellen, wenn sie keinen urheberrechtlichen Schutz genießen und keine Rückschlüsse auf die Person des Kunden zulassen. Zuvor hatte ein Handwerker das Bad der Kundin renoviert und in diesem Zusammenhang Bilder erstellt, welche er zu Werbezwecken auf seine Homepage stellte. Dies aber störte die Kundin, weshalb sie gegen den Handwerker auf 2000 Euro Schadensersatz klagte. Sie sah ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht durch die Bilder verletzt, zudem war sie der Meinung, dass sie einen urheberrechtlichen Anspruch auf Schadensersatz hätte.

Der Richter wies die Klage der vermeintlich geschädigten Frau ab.
Der Schutzbereich des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Klägerin wäre nur betroffen gewesen, wenn durch die Bilder ein Rückschluss auf ihr Person möglich gewesen wäre. Der Handwerker habe jedoch lediglich die Sanitäranlagen und Teile des Badezimmers abgebildet und auf Bilder, die einen Rückschluss die Person der Klägerin zulassen könnten, verzichtet. Insbesondere finde sich kein identifizierendes Merkmal.

Auch sei der urheberrechtliche Anspruch auf Schadensersatz in Form einer fiktiven Lizenzgebühr ausgeschlossen, da es sich bei dem Badezimmer der Klägerin nicht um ein geschütztes Werk handele. Mangelnder künstlerischer Qualität fehle es dem Foto an einem urheberrechtlichen Schutz.

Quelle:  AG Donaueschingen Urteil vom 10.6.2010, 11 C 81/10

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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