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Halloween steht vor der Tür – Wer haftet für beschmierte Wände und kaputte Vorgärten?

In knapp zwei Wochen ist es wieder soweit: Halloween steht vor der Tür. Kinder und Jugendliche verkleiden sich als Gespenst, Hexe oder Vampir und wandern in der Nachbarschaft von Tür zu Tür, um möglichst viele Süßigkeiten zu sammeln. Wie es der Brauch so will: Wer keine Süßigkeiten hat, wird mit einem kleinen Streich bestraft. Die Grenze zwischen einem noch erlaubten Streich und einer Sachbeschädigung  ist jedoch fließend. Wer aus Rache für fehlende Süßigkeiten einen Böller in den Briefkasten schmeißt oder Farbe an die Hauswände schmiert, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Wann liegt eine Sachbeschädigung vor?

Eine Sachbeschädigung wird angenommen, wenn eine Sache zerstört wird oder auch nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert wird. Das heißt im konkreten Fall, dass beispielsweise das Schmieren von Zahnpasta auf der Türklinge noch als akzeptabler Streich durchgeht. Das Zukleben der Türklinge mit wasserfestem Kleber hingegen nicht. Im ersten Fall ist der Schaden innerhalb von Sekunden behoben. Bei Letztgenanntem ist ein größerer Aufwand notwendig, um den Schaden wieder zu beheben.

Ab wann haften Kinder?

Nach deutschem Recht haften Kinder unter sieben Jahren gar nicht. Kinder über sieben Jahre haften zivilrechtlich nach dem Grad ihrer Einsichtsfähigkeit. Die Haftung ist also einzelfallbezogen. Besitzt das Kind kein Vermögen, wird das Urteil später vollstreckt. Zur möglichen zivilrechtlichen Haftung, kommt für Jugendliche ab 14 Jahren auch eine strafrechtliche Verfolgung in Betracht. Das Strafgesetzbuch sieht bei Sachbeschädigung eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Haften Eltern immer für ihre Kinder?

Dieser Satz begegnet einem des Öfteren im öffentlichen Leben, ist aber so pauschal nicht richtig. Eltern haften nur für Schäden, die ihre Kinder verursachen, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Auch hier kommt es auf den konkreten Einzelfall und das Alter des Kindes an. Bei einem 8-jährigen Kind sind strengere Kriterien an die Aufsichtspflicht zu stellen, als bei einem 12-jährigen. In jedem Fall sollten Eltern ihre Kinder ausreichend aufklären, bevor diese durch die Nachbarschaft laufen und Streiche spielen.

Worauf sollten Erwachsene an Halloween achten?

Für Erwachsene birgt Halloween aus rechtlicher Sicht eine andere Gefahr. Wer sich mit einer Maske hinters Steuer setzt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Sicht auf den Straßenverkehr darf durch das Kostüm in keinem Fall behindert werden. (JEB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Interessant, danke fürs Teilen. Gibt es in Deutschland zur Halloweenzeit viel Vandalismus?

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