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Halbjahresbilanz 2014 – Werberat verhängt mehr Rügen

Der Deutsche Werberat hat im ersten Halbjahr 2014 mehr Rügen verhangen.

Vor allem im Bereich Fahrzeugwerbung habe man mehr Verbraucherkritik verzeichnen können. Die Gesamtbeschwerdezahl habe jedoch nur um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen, so die Meldung des Deutschen Werberates. Die sei jedoch darauf zurückzuführen, dass bei Kampagnenorganisationen die Einsicht gewachsen sei, dass eine Flutung des Werberats mit Beschwerden keine Relevanz für den Verfahrensausgang habe. Der Werberat habe insoweit Aufklärungsarbeit geleistet, dass eine einzelne Beschwerde ausreiche, um einen Beschwerdevorgang auszulösen. Der Ausgang des Verfahrens sei von der Zahl der Kritiker unabhängig, ausschlaggebend sei allein der Inhalt kritisierten Werbung, so die Meldung weiter.

 © ferkelraggae-Fotolia

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Im Bereich Fahrzeugwerbung habe man 12 Beschwerdeverfahren im ersten Halbjahr 2014 gehabt. Von den beanstandeten Werbesujets haben fünf Unternehmen ihre Werbung zurückgezogen oder abgeändert, in sechs Fällen wies der Werberat die Beschwerden als unbegründet zurück und in nur einem Fall musste der Werberat wegen Uneinsichtigkeit öffentlich rügen.

Beschwerdezahl stagniert

Generell stagniere die Beschwerdenzahl mit 535 Beschwerden (+ 0,6 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2013), wohingegen die kritisierten Werbesujets deutlich um 11 Prozent (286 Fälle geprüfter Werbung) wuchsen, so die Meldung weiter.

Verdoppelt hingegen habe sich die Zahl der Rügen im 1. Halbjahr 2014 auf acht (Vorjahr: 4). Diese wurden sämtlich im Bereich der geschlechterdiskriminierenden Werbung ausgesprochen. Allerdings sieht die Geschäftsführerin des Werberats Julia Busse in der höheren Zahl der Rügen keinen Grund zur Besorgnis: „Zum einen erklärt sich die höhere Zahl in den ersten sechs Monaten des Jahres aus der Zunahme von kritisierten Werbesujets, zum anderen zeigt die jahrzehntelange Erfahrung, dass gerügte Unternehmen in der Regel kein weiteres Mal auffällig werden.“ Welche Unternehmen dabei gerügt wurden, finden Sie hier:

Neue Rubrik: Geschlechterdiskriminierende Werbung

In diesem Jahr hat der Werberat zum ersten Mal die Rubrik der geschlechterdiskriminierenden Werbung in seine Statistik aufgenommen. Darin werden die bisherigen Punkte Frauendiskriminierung, Männerdiskriminierung sowie Herabwürdigung von Personen zusammengefasst. Von Diskriminierung gehe der Werberat immer dann aus, wenn eine Frau/ein Mann aufgrund des Geschlechts als minderwertig dargestellt wird. Eine Herabwürdigung nimmt der Werberat insbesondere dann an, wenn eine Frau oder ein Mann nicht mehr als eigenständige Person, sondern als potenzielles Objekt der sexuellen Bedürfnisse anderer gezeigt oder ihre sexuelle Verfügbarkeit oder Käuflichkeit suggeriert werde, so die Meldung weiter.

Inhalte der Werbekritik

Geschlechterdiskriminierenden Werbung machte mit insgesamt 95 Fällen fast 50 Prozent der Beschwerdemotive aus, wobei es hauptsächlich um Frauenherabwürdigung, -diskriminierung ging. An zweiter Position inhaltlicher Werbekritik befinde sich wie schon im Vorjahr die Rubrik Ethik und Moral (21 Fälle), so die Meldung weiter. An dritter Stelle, mit 20 Fällen, steht die Diskriminierung von Personengruppen (z.B. Ältere, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen). Der Vorwurf der Kinder- und Jugendgefährdung (13 Fälle) ist unter den ersten vier kritisierten Bereichen zu finden.

Diskriminierungsregeln modernisiert

Der Deutsche Werberat hat seine Verhaltensregeln gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen aktualisiert. So berücksichtige das neue Regelwerk die Fallgruppen aus der bisherigen Spruchpraxis des Gremiums. So wurde beispielsweise der Passus eingefügt, dass Personen nicht allein deswegen abgewertet werden dürfen, weil sie in Bezug auf ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre sexuelle Orientierung, ihre Eigenschaften oder Lebensweisen nicht den vorherrschenden Vorstellungen entsprechen, so die Meldung des Werberates weiter. Die Geschäftsführerin des Werberats, Julia Busse, sagte zu den neuen Verhaltensregeln: „In Abstimmung mit allen Branchen der Werbewirtschaft haben wir die Diskriminierungsregeln der Zeit angepasst und eine Art Feintuning vorgenommen. Schwarz-Weiß-Formeln führen dabei nicht weiter.“

Die neuen Verhaltensregeln finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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