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Gelben Umschlag im Briefkasten gefunden? Wir erklären, wie Sie sich bei einem Mahnbescheid richtig verhalten

Nach Erhalt eines Mahnbescheides ist es grundsätzlich wichtig nicht in Panik zu verfallen, die Forderungen zu prüfen und fristgerecht auf das Schreiben zu reagieren.

Was ist ein Mahnbescheid?

Ein Mahnbescheid ist sehr leicht zu erkennen. Er wird grundsätzlich von einem Gericht in einem gelben Umschlag per Post zugestellt. Trifft eines dieser Merkmale nicht zu, liegt kein Mahnbescheid vor. Sogenannte „außergerichtliche Mahnbescheide“ werden bevorzugt von Inkassobüros verschickt, um die Empfänger zu verunsichern und Druck auszuüben. Echte Mahnbescheide werden im elektronischen Verfahren bei einem Gericht beantragt. Diesen Antrag kann jedermann stellen, der behauptet Gläubiger einer Forderung zu sein. Ob diese Forderung tatsächlich vorliegt und ob der Mahnbescheid gerechtfertigt ist, wird vom Gericht nicht geprüft.

Wie verhalte ich mich richtig?

Der erste wichtige Schritt nach Erhalt eines gelben Briefes ist die Prüfung, ob die Forderung, die im Schreiben geltend gemacht wird, berechtigt ist. Ist sie das nicht, muss diesem Schreiben fristgemäß widersprochen werden. Die Frist beträgt zwei Wochen ab Zustellung. Das Zustellungsdatum ist auf dem Briefumschlag vermerkt. Die Einhaltung dieser Frist ist enorm wichtig.

Rechtliche Konsequenzen aus dem Schreiben entstehen nur, wenn der Forderung nicht widersprochen wird. Wer bereits einen Anwalt beauftragt hat, kann eine Kopie des Schreibens und des Briefumschlags einfach kommentarlos per E-Mail an seinen Anwalt weiterleiten. Dieser wird sich umgehend um alles Weitere kümmern. Es ist auch immer sinnvoll einen Anwalt zu beauftragen, wenn eine Unsicherheit darüber besteht, ob die geltend gemachte Forderung tatsächlich berechtigt ist oder nicht.

Nach Einlegung des Widerspruchs gilt das Mahnverfahren als beendet. Das heißt, dass dieses kleine „vorgerichtliche Verfahren“ keine rechtlichen Konsequenzen bewirkt und die rechtliche Situation genau so ist, wie vor dem Erhalt des Mahnbescheides.

Was, wenn ich die Frist versäume?

Versäumt der Empfänger eines Mahnschreibens die Widerspruchsfrist, etwa weil er sich zum Zeitpunkt der Zustellung im Urlaub befand, kann Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand beantragt werden. Mit anderen Worten: Auch dann ist nicht alles verloren. Es gibt noch die Möglichkeit bei begründeter Verspätung noch Widerspruch gegen den Mahnbescheid einzulegen. Auch hier ist allerdings schnelles Handeln gefragt. Wer eine Frist versäumt hat, sollte möglichst schnell einen Anwalt kontaktieren.

 

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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