Navigation öffnen
Startseite » News » Allgemein » Games-Förderung – NRW schafft neue Möglichkeiten

Games-Förderung – NRW schafft neue Möglichkeiten

Die Landesregierung NRW und die Film- und Medienstiftung NRW legen neue Leitlinien zur Förderung der Produktion von Computer- und Videospielen fest. Künftig können Entwickler Mittel zur Entwicklung von Games, Prototypen und Konzepten erhalten.

Deutschland ist ein Land der Gamer: Ob alleine oder zusammen am PC, vor dem heimischen TV-Gerät an der Konsole, oder unterwegs auf dem Smartphone – gespielt wird mittlerweile überall und jederzeit. Videospiele gehören daher inzwischen zu den kulturell und wirtschaftlich wichtigsten Medieninhalten der Gegenwart.

Deutschland ist Europas wichtigster Games-Markt

Der deutsche Games-Markt 2018 lässt sich insgesamt auf eine Summe von rund 3,35 Milliarden Euro beziffern und ist damit der größte Europas. Mittlerweile spielt rund jeder zweite Deutsche. Insgesamt greifen 34,3 Millionen Menschen hierzulande zu Gamepad, Maus und Touchscreen, um allein oder gemeinsam Abenteuer zu erleben oder einfach eine Pause vom Alltag zu nehmen.

Dabei sind es keineswegs nur männliche Teenager, die vor der Konsole sitzen oder mit dem Smartphone spielen. Viel mehr zieht sich der Trend durch alle Altersklassen und betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Mittlerweile besteht die Hälfte der Spielerschaft aus Frauen (47 Prozent).

Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für Computer- und Videospiele weltweit. Kein europäisches Land generiert höhere Umsätze mit Spielen und der dazugehörige Hardware. Der Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert unter anderem von seiner geografische Lage im Herzen Europas und seiner hervorragenden Infrastruktur.

Ein breites Spektrum an Unternehmen ist hier beheimatet, welche teils wichtige Akteure auf dem Weltmarkt sind. Einige davon stammen aus dem Bereich Browser und Mobile Games, wie z.B, InnoGames, Travian Games und Wooga. Doch auch im Bereich der PC- und Konsolenspiele haben deutsche Studios wie Deck 13 („The Surge“), Mimimi Productions („Shadow Tactics“) oder Yager („Dreadnought“) in letzter Zeit internationale Erfolge erzielt. Und mit Crytek aus Frankfurt am Main stellt ein deutsches Unternehmen mit seiner CRYENGINE eine der stärksten Spieleentwicklungsplattformen weltweit bereit. Nicht zu vergessen natürlich die jährlich stattfindende Gamescom in Köln, die größte Games-Messe der Welt.

NRW verstärkt Games-Förderung

Und in Deutschland will NRW die Nr. 1 sein. Dem selbstgesteckten Ziel von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, sein Bundesland zum „Games-Standort Nummer 1“ zu machen, folgt nun ein aktuell ein starker Schritt in die richtige Richtung. Denn erstmals erhalten Unternehmen aus der Games-Branche nun die Möglichkeit, eine finanzielle Förderung für die Produktion von Computer- und Videospielen in Nordrhein-Westfalen zu beantragen. Mit einer neuen Leitlinie zur Förderung von digitalen Spielen und interaktiven Inhalten reformiert die Landesregierung gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW die Games-Förderung in Nordrhein-Westfalen und macht sie damit fit für den globalen Games-Markt.

Jedes Produktionsunternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen ist berechtigt, bis zu 50 Prozent der Produktionskosten eines Projektes als Förderung zu beantragen. Die Höchstfördersumme liegt bei 500.000 Euro und wird als bedingt rückzahlbares Darlehen gewährt. Auch interaktive Vorhaben aus den Bereichen VR/AR (Virtual Reality / Augmented Reality), Web und Mobile können auf Grundlage der neuen Leitlinie gefördert werden.

Die neue Games-Förderung soll Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen international wettbewerbsfähig machen. In Verbindung mit der Verdopplung der Fördermittel auf drei Millionen Euro ist das neue Programm zur Förderung der Produktion von Computer- und Videospielen in seiner finanziellen Ausstattung und Effizienz einzigartig in Deutschland.

Games kosten heute bis zu 500 Millionen Dollar

Im globalen Verhältnis sind die drei Millionen Euro zwar ein beachtenswerter Schritt, jedoch muss man sich auch vor Augen führen, dass weltweite Top-Games inzwischen bis zu 500 Millionen Dollar an Produktionskosten aufwerfen.

Für die Entwicklung seines Open-World-Westerns „Red Dead Redemption 2“ hat Hersteller Rockstar Games gerüchteweise fast doppelt so viel Geld ausgegeben wie für das ebenfalls enorm teure „Grand Theft Auto 5“. Red Dead Redemption 2 verschlang alleine rund 500 Millionen Dollar. Dem Action-Adventure ist es allerdings bereits im November gelungen, die Marke von einer Million verkaufter Spiele zu knacken- und das allein in Deutschland. Die Kosten dürfte Rockstar Games daher weltweit wieder einspielen. Und auch Bungies Multiplayer-Shooter „Destiny“ verschlang rund 500 Millionen Dollar, umfasste allerdings die Entwicklung von vermutlich drei Teilen plus dem gesamten Marketing-Etat.

Fördermittel und Leitlinie wesentlich für künftige Entwicklung

Angesichts solch enormer Summen ist es zu begrüßen, die Games-Förderung mit erhöhten Fördermitteln und einer eigenen Leitlinie fortsetzen und ausbauen zu können. Dies ist ein richtiger Schritt für eine erfolgreiche Entwicklung des Games-Standortes Nordrhein-Westfalen.

Auch die bereits in den vergangenen Jahren vorangetriebe Entwicklungsförderung der Film- und Medienstiftung NRW wird neu aufgestellt. Förderungen zur Entwicklung von Konzepten und Prototypen werden mit bis zu 80 Prozent der Entwicklungskosten und einer maximalen Höhe von 100.000 Euro als Zuschuss gewährt.

Mit der Verdopplung der Fördermittel auf drei Millionen Euro hatte das Land bereits im Haushalt für das laufende Jahr 2019 den Grundstein für den Ausbau der wirtschaftlichen Förderung der nordrhein-westfälischen Games-Branche gelegt. Die nun durch die EU-Kommission genehmigte Leitlinie soll künftig den Rahmen schaffen, um Nordrhein-Westfalen auch langfristig als Games-Land Nummer Eins zu etablieren.

Die wichtigsten Neuerungen im Einzelnen:

  •           Die Produktion von Computer- und Videospielen und interaktiven Inhalten kann mit bis zu 50 Prozent der Produktionskosten in maximaler Höhe von bis zu 500.000 Euro pro Projekt gefördert werden.
  •           Für die Entwicklung eines Prototyps kann ein Zuschuss von bis zu 80 Prozent der Entwicklungskosten in maximaler Höhe von bis zu 100.000 Euro beantragt werden.
  •           Für die Konzeptentwicklung kann ein Zuschuss in Höhe von bis zu 80 Prozent der veranschlagten Kosten in maximaler Höhe von bis zu 20.000 Euro beantragt werden.
  •           Für die Förderung stehen im Jahr 2019 drei Millionen Euro zur Verfügung.
  •           Ein Vergabegremium entscheidet über die Förderung anhand eines festgelegten Kriterienkatalogs.

Die neue Leitlinie tritt ab sofort in Kraft. Einreichungen sind nach einem Beratungsgespräch bei der Film- und Medienstiftung NRW möglich. Der erste Einreichtermin ist der 15. März 2019.