Allgemein

Floyd Mayweather und DJ Khaled – Hohe Bußgelder wegen illegaler Krypto-Werbung

US-Börsenaufsicht verhängt hohe Bußgelder gegen den US-Box-Superstar Floyd Mayweather und den Hip-Hop-Star DJ Khaled. Sie hatten über ihre Social Media-Accounts für dubiose Krypto-Geschäfte geworben.

Von Chamber of Fear – Flickr: Floyd Mayweather, CC BY-SA 2.0

Der ehemalige Profiboxer und bestbezahlte Sportler der Welt Floyd Mayweather sowie Hip-Hop-Star DJ Khaled müssen hohe Bußgelder wegen unlauterer Werbung für dubiose Geschäfte mit Kryptowährungen zahlen. Sie hatten als Influencer über ihre Social Media Kanäle für Krypto-Börsengänge (ICOs) geworben, ohne dabei offenzulegen, dass sie dafür bezahlt wurden. Nun einigten sie sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf die Zahlung von insgesamt 750.000 Euro. Mayweather zahlt 300.000 Dollar und DJ Khaled 100.000 Euro. Zudem zahlen Mayweather und Khaled laut SEC weitere 300.000 beziehungsweise 50.000 Dollar. Diese Beträge sollen ihnen die Promo-Aktionen für Krypto-Coins eingebracht haben. Neben Mayweather und DJ Khaled hatte auch bereits Paris Hilton für ICOs geworben.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff ICO?

Bei einem Initial Coin Offering (ICO) handelt es sich um ein neues Modell der Projektfinanzierung. Vereinfacht gesagt werden bei einem ICO Einheiten (sog. Token) einer virtuellen Währung verkauft, die sich noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung befinden. Anleger können so frühzeitig in eine Kryptowährung investieren, die es eigentlich an und für sich noch gar nicht gibt. Der Verkauf erfolgt in der Regel gegen Bitcoin (btc) oder Ether (eth) und gerade nicht in staatlicher Währung. Die dabei zustande gekommenen Erlöse kommen unmittelbar den Projektentwicklern zugute und sollen die Fortentwicklung der angebotenen virtuellen Währung durch nachhaltige Finanzierbarkeit sichern. ICOs haben sich in kürzester Zeit zu einer ernst zu nehmenden Finanzierungsquelle entwickelt. So wurden 2017 weltweit durch ICOs über 3,7 Mrd. US-Dollar (rund 3 Milliarden Euro) aufgenommen.

DJ Khaled, Von Michael Williams from New York City, United States – Weezy on Strong Island Cropped from original image., CC BY 2.0

Doch die hoch riskante Art der Mittelaufnahme durch ICOs ist bereits seit geraumer Zeit massiv umstritten. Zwar ist diese Möglichkeit der schnellen Kapitalbeschaffung zumindest in Deutschland keinesfalls – wie leider oft fälschlich unterstellt – unreguliert, doch das einschlägige Vermögensanlagengesetz sieht einige Ausnahmen vor, bei deren Vorliegen die sog. Prospektpflicht sowie die weiteren Pflichten für den ICO-Anbieter ganz oder teilweise umgangen werden können. Aufgrund der sog. Prospektpflicht dürfen in Deutschland grundsätzlich Wertpapiere und Vermögensanlagen nicht ohne einen Prospekt öffentlich angeboten werden, in dem die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthalten und verständlich abgefasst worden sind. Doch die vorhandenen Schlupflöcher und die Hoffnung in die Werthaltigkeit des unternehmerischen Vorhabens führen zu erheblichen Spekulations- und Betrugsrisiken. Zahlreiche Betrugsfälle belegen dies bereits.

Auch beworbenes Produkt höchst zweifelhaft

Und auch bei dem von Floyd Maymeather und DJ Khaled beworbenen Centra ICO ging es offenbar nicht mit rechten Dingen zu. Die US-Börsenaufsicht hatte die Hintermänner des Projekts bereits im April 2018 wegen Wertpapierbetrugs angeklagt. Sie sollen mit falschen Versprechen 32 Millionen Dollar am Kapitalmarkt erbeutet haben.

tsp

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.