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ESC: ARD weist Vorwurf unkritischer Berichterstattung zurück

Erst seit 2008 ist Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest dabei, jedoch behauptete sich die ehemalige Sowejt-Republik von Anfang an mit guten Platzierungen in den Top Ten (8./3./5./1.Platz). Nach dem Sieg 2011 wird in diesem Jahr der Komponistenwettstreit in der Hauptstadt Baku ausgetragen – doch das Gastgeberland steht aufgrund seiner politischen Lage auch in der Kritik.

In einem Interview mit der Zeitung „Der Westen“ prangerte Grünen-Politiker Beck Menschenrecht-Verletzungen in Aserbaidschan an und äußerte seine Befürchtung, dass der  Song Contest zu einer „Propagandaveranstaltung“ für das Regime benutzt werde – und dass bei der ARD „in erster Linie gejubelt“ werde, um die eigene Veranstaltung nicht zu gefährden.

„Keine Jubelfeier zugunsten der Machthaber“

ARD-Chefredakteur und stellvertretender Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens Thomas Baumann und Wolfgang Schmitz, Vorsitzender der Hörfunkkommission der ARD haben nun die Kritik von Beck zurückgewiesen, so die Meldung der ARD. Baumann sagte darin: „Herr Beck übersieht offenbar, dass das Erste Deutsche Fernsehen gerade in der jüngeren Vergangenheit mehrfach über Missstände und Demokratiedefizite in Aserbaidschan berichtet hat. Gerade im Umfeld des Vorentscheids „Unser Star für Baku“ haben wir das Augenmerk verstärkt auf die Situation in Aserbaidschan gelenkt. Das werden wir im Umfeld des Finales in Baku natürlich ebenso tun.“

Die ARD verwies in ihrer Meldung auf Beiträge eigener Magazine, die sich mit den Missständen in Aserbaidschan beschäftigt haben. Den Vorwurf Becks, die öffentlich-rechtlich geförderte Sendung könne als Imagekampagne des dortigen Regimes missbraucht werden, wies Baumann zurück: „Wir werden aus der Übertragung im Ersten keine Jubelfeier zugunsten der dortigen Machthaber machen und die politischen Verhältnisse im Ausrichterland weiterhin kritisch begleiten.“ Vielmehr sei die Sendung eine Chance, auf die Verhältnisse vor Ort aufmerksam zu machen, so die Meldung weiter.

Wolfgang Schmitz betonte, dass sich auch der Rundfunk bereits im Vorfeld der Veranstaltung kritisch mit dem Austragungsort auseinander gesetzt habe. “ Eine Moskauer Korrespondentin hat beispielsweise in den vergangenen Wochen auf einer Recherchereise durch Baku eine Reportage erstellt, die die politische Wirklichkeit in Aserbaidschan abbilden soll. Sie sprach mit Menschen in der schillernden Stadt die erzählten, was es für sie bedeutet, wenn Gesetze zur Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht auf Eigentum und Schutz des persönlichen Lebens kaum Beachtung finden“, so Schmitz.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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