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eBay-Käufer aufgepasst: Verkauf leerer iPhone-Verpackungen

Viele Anbieter bei eBay setzten darauf, dass die Käufer beim Bieten nicht so genau hinschauen und sich beispielsweise in der Hoffnung ein neues iPhone zu ergattern dazu leiten lassen hohe Gebote für eine leere Schachtel, in der einst ein neues iPhone geliefert wurde, abgeben. Der Hinweis, dass es sich nur um die Verpackung der Ware handelt und nicht um die Ware selbst, steht oft erst im Kleingedruckten der jeweiligen Artikelbeschreibung.

Die Ausgangslage

Schon 2010 versuchten Betrüger auf der Plattform eBay leere Originalverpackungen des gefragten iPhones mit Tricks zu horrenden Preisen zu verkaufen. Auch jetzt nutzen die Abzocker den Ansturm der iPhone-Begeisterten auf das neue iPhone 4S aus, um bewusste Abzocke zu betreiben.
Hierbei gehen diese wie folgt vor: Es werden lediglich die Originalverpackungen der iPhones zum Kauf angeboten, wobei durch geschickte Formulierungen der Angebotsbeschreibung, schnell übersehen wird, dass es sich um leere Verpackungen handelt. Obwohl die Verkäufer in Ihren Produktbeschreibungen oft ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich um eine iPhone-Leerverpackung handelt, ersteigern viele unaufmerksame Kaufinteressierte die Verpackungen für mehrere Hundert Euro.

Aktuell ersteigerte ein Höchstbietender ein „Apple iPhone 4S 16 GB Originalverpackung schwarz/Black 1 Tag alt“ und bot dafür 665 Euro. Allerdings handelte es sich dabei um eine leere Originalschachtel mit Anleitung des begehrten iPhones. In der dazugehörigen Angebotsbeschreibung wurde jedoch deutlich darauf hingewiesen, dass es sich nur um eine Originalverpackung handle, die nicht benötigt werde. Daraus musste vom Kaufinteressierten gefolgert werden, dass es sich um keine Auktion handelt, die den Verkauf eines neuen iPhones zum Inhalt halt. Dies hatte der Käufer wahrscheinlich schlichtweg überlesen.

Die Rechtslage

Problematisch ist, dass der Käufer grundsätzlich den Betrag bezahlen muss. Dies ist der Fall, wenn die Verpackung von einem privaten Händler erworben wurde, da die Angebotsbeschreibung den Tatsachen entsprach und der beschriebene Artikel geliefert wurde, womit keine arglistige Täuschung vorliegt. Auch ist ein privater Händler auf eBay nicht verpflichtet seinen Kunden ein Widerrufs- oder Rücktrittsrecht einzuräumen.
Anders sieht das bei gewerblichen Händlern aus, wo dem Kunden in jeden Fall ein 14-tägiges Widerrufsrecht zusteht. Auch können bewusste Täuschungen, wie beispielsweise das Verstecken der wesentlichen Informationen im Kleingedruckten, zur Anfechtung berechtigen.

Vorsicht beim eBay-Kauf

Leider ist dies ein altbekanntes Problem bei eBay und zwar nicht nur bzgl. der iPhones. Immer wieder fallen Höchstbietende auf eBay-Händler herein, die durch Hervorrufen falscher Eindrücke die Käufer anlocken und sie zu hohen Geboten veranlassen.
Deshalb sollte man immer wachsam beim eBay-Kauf sein und ein paar Grundregeln beachten, um nicht Opfer solcher Betrügereien zu werden:
Informieren Sie sich vor einem eBay-Kauf ausführlich über den Artikel, auch außerhalb des Internets und nehmen Sie diesen wenn möglich vor Ort persönlich in Augenschein. Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie die Artikelbeschreibung vollständig und aufmerksam. Dabei müssen sie insbesondere auf den Wortlaut achten. Meiden Sie Angebote, die vage darauf schließen lassen, dass die Ware defekt geliefert wird (z.B. „evtl. defekt“). Auch sollten sie bei schlechten Abbildungen der Waren stutzig werden. Des Weiteren ist es wichtig darauf zu achten, dass alle Preisbestandteile (wie Verand- und Portokosten) genannt werden und keine zusätzlichen Gebühren erhoben werden. Checken Sie die Bewertungen der jeweiligen Händler. Zudem ist es unerlässlich, einen Blick auf das jeweilige Verkäuferprofil zu werfen. Dabei gilt: je mehr Informationen zur Verfügung stehen, umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie es mit einem seriösen Händler zu tun haben. Falls Sie der Höchstbietende sind, ist es ratsam alle Artikelbeschreibungen, Geschäftsbedingungen sowie Emails zu speichern.

Fazit

Nicht jedes Angebot von iPhone-Verpackungen ist gleich als betrügerisch zu bewerten. Schließlich legt der Apple-Konzern großen Wert auf Design und Funktionalität seiner Verkaufsverpackungen und hat diese sogar teilweise patentieren oder als Geschmacksmuster anmelden lassen.  Es gibt also durchaus einen Sammlermarkt für derartige Produkte. Um jedoch nicht getäuscht zu werden, ist höchste Vorsicht mit dem Umgang solcher Angebote geboten. Letztlich hat der Käufer, der die Angebote nur überfliegt und dann der Höchstbietende ist, nur wenige Möglichkeiten, aus solch einem Vertrag wieder heraus zu kommen.

Kilian Kost ist seit 2009 Rechtsanwalt der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt im Internet- und Wettbewerbsrecht. Seit 2013 ist er zudem Fachanwalt für den gewerblichen Rechtsschutz.

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