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E-Plus nimmt Höchstgebot bei Mobilfunkfrequenzversteigerung bezüglich Block B des 800-MHz-Bereichs zurück

Wie man den bei der Bundesnetzagentur veröffentlichten Ergebnissen der Mobilfunkfrequenzversteigerung entnehmen kann, hat E-Plus im Block B des 800-MHz-Bereichs sein Höchstgebot in Höhe von 8,625 Millionen Euro zurückgezogen.

Die E-Plus Gruppe hatte -neben Telefonica O2 Germany- bereits vor Beginn der Versteigerung am 12.04.2010 per Eilantrag beim Verwaltungsgericht Köln versucht, in das Versteigerungsverfahren der freien Mobilfunkfrequenzen einzugreifen. Sie fühlte sich gegenüber den größeren Wettbewerbern T-Mobile und Vodafone benachteiligt und befürchtete, dass die Konkurrenten insgesamt 40 MHz und damit zwei Drittel des Angebotes ersteigern könnten. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Köln scheiterte allerdings in der ersten Instanz. E-Plus nahm daher an der Versteigerung am 12. April 2010 in den Räumen der Bundesnetzagentur in Mainz teil. Geboten werden konnte auf Frequenzen im Bereich von 1,8 GHz, 2 GHz , 2,6 GHz sowie im Bereich von 790-862 MHz.

Nachdem E-Plus zunächst Höchstbietender im Block B des 800-MHz-Bereichs war, wurde das Gebot nun zurückgezogen. Sollte Block B in einer neuen Versteigerung für einen niedrigeren Betrag ersteigert werden, müsste E-Plus unter Umständen dennoch die Differenz zu dem zurückgenommenen Gebot zahlen. Bei Fortführung der derzeitigen Versteigerung müsste ein anderer Anbieter das bisherige Gebot von E-Plus überbieten, um den Zuschlag für Block B zu erlangen. In diesem Fall bliebe E-Plus schadlos.

Warum E-Plus das Gebot zurückgenommen hat, ist unklar. Hintergrund könnte allerdings sein, dass sämtliche Bieter nur eine gewisse Anzahl an Bietrechten haben. Für Block B müsste E-Plus zwei Bietrechte aufwenden, da es sich um eine gepaarte Frequenz handelt. Die Anzahl der Bietrechte, die den Unternehmen zur Verfügung stehen, ist streng geheim und nur dem Auktionator und dem jeweiligen Bieter bekannt. Möglicherweise möchte E-Plus nun auf andere Frequenzblöcke bieten, verfügt aber über keinerlei Bietrechte mehr. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, dass E-Plus schlichtweg kein Interesse mehr an diesem Block hat und nun auf die Ersteigerung durch andere Anbieter hofft. Es bleibt jedenfalls abzuwarten, welcher Anbieter letztendlich Höchstbietender bezüglich der angebotenen Frequenzen wird.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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