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E-Commerce Serie Teil (12): Abwicklung des Zahlungsverkehrs

In einer mehrteiligen Serie stellt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde & Beuger unter dem Motto “Im Internet handeln, – aber sicher!” die juristischen Hürden beim Handel im Netz dar. Im heutigen 12. Teil geht es um das Thema “Abwicklung des Zahlungsverkehrs ”. Gerade die Abwicklung des Zahlungsverkehr ist ein wichtiges Thema für Online-Händler, das jedoch häufig vernachlässigt wird. Dabei kann durch die richtige Wahl der angebotenen Bezahlmöglichkeiten sowohl der Umsatz als auch die Kunden-zufriedenheit gesteigert werden. Sinnvoll ist es, verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, damit sich der Kunde die für ihn angenehmste Alternative aussuchen kann. Im folgenden werden die beliebtesten Zahlungsmethoden und die jeweiligen Vor- und Nachteile für Online-Händler vorgestellt: Zahlung per Rechnung Die traditionelle Bezahlung von Waren per Rechnung gehört aus Kundensicht zu den beliebtesten Zahlungsverfahren. Hierbei wird dem Käufer eine Rechnung zugeschickt, die dieser dann innerhalb der vorgesehen Zahlungsfrist auszugleichen hat. Der Kunde hat so zunächst die Möglichkeit die Ware in Empfang zu nehmen und auf Gefallen und Unversehrtheit hin zu überprüfen. Für Online-Händler ist diese Zahlungsmöglichkeit jedoch nicht sehr attraktiv, da das Risiko eines Zahlungsausfalls vollständig bei ihnen liegt. Denn bei der Zahlung per Rechnung tritt der Online-Händler in Vorleistung. Möchte man diese Zahlungsoption in seinem Online-Shop anbieten, kann es empfehlenswert sein, eine vorherige Bonitätsprüfung des Kunden durchzuführen. Zahlung per Vorkasse Auch dieses Verfahren gehört zu den klassischen Zahlungsmethoden. Hierbei tritt der Käufer in Vorleistung und muss vor Erhalt der Ware den Rechnungsbetrag an den Verkäufer überweisen. Bei dieser Methode entfällt für den Online-Händler zwar das Risiko eines Forderungsausfalls, da er die Ware erst nach Zahlungseingang an den Käufer versendet. Jedoch schreckt diese Methode auch viele Käufer ab, da er dem Risiko, die bestellte Ware nicht oder nicht vereinbarungsgemäß geliefert zu bekommen aus dem Weg gehen möchte. Zahlung per Nachnahme Bei diesem Zahlungsverfahren bezahlt der Käufer die Waren direkt bei deren Lieferung. Allerdings ist diese Methode insofern kompliziert, da der Käufer nicht immer anzutreffen ist und eine schnelle Zustellung der Waren dadurch erschwert wird. Das Risiko ist bei dieser Zahlungsmethode für beide Vertragsparteien relativ gering. Zahlung per Lastschrift/ Bankeinzug Die Zahlung per Lastschrift ist wegen der einfachen und standardisierten Handhabung ebenfalls eine sehr beliebte Zahlungsmethode im E-Commerce. Hierbei übermittelt der Käufer dem Verkäufer alle relevanten Bankdaten und erteilt diesem eine Einzugsermächtigung über den Rechnungsbetrag. Der Käufer hat die Möglichkeit den eingezogenen Betrag bis zu sechs Wochen per Rücklastschrift zurück zu holen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass die Einzugsermächtigung im Internet meist nicht vom Käufer unterschrieben wird und die anfallenden Stornogebühren relativ hoch sind. Zahlung per Kreditkarte Bei dieser Zahlungsmöglichkeit übermittelt der Käufer seine Kreditkartendaten dem Verkäufer, welcher dann den Rechnungsbetrag bei dem entsprechenden Kreditinstitut einziehen kann. Vorteilhaft ist hierbei für den Online-Händler die weltweite Akzeptanz und Verbreitung von Kreditkarten, sowie die einfache Handhabung des Zahlungsverkehrs. Jedoch bieten sich Kreditkartenzahlungen wegen der anfallenden Transaktionskosten eher bei höheren Rechnungsbeträgenan. Zahlung per PayPal Hierbei handelt es sich um ein Bezahlsystem, das ursprünglich für die Abwicklung von Zahlungen über eBay entwickelt wurde, inzwischen allerdings auch für andere Zahlungen weltweit eingesetzt werden kann. Das Prinzip ist einfach: Sowohl Käufer, als auch Verkäufer müssen ein PayPal-Konto eröffnen. Dabei kann der Käufer Geld auf sein PayPal-Konto z.B. per Kreditkarte einzahlen und damit dann seine Rechnung beim Verkäufer begleichen. PayPal leitet das Geld auf das PayPal-Konto des Verkäufers weiter, von dem dieser das Geld auf sein Bankkonto überweisen lassen kann. Für den Käufer ist die Zahlungstransaktion kostenlos. Lediglich der Empfänger des Geldes muss eine geringe Gebühr an PayPal zahlen. Diese Zahlungsmethode ist im Online-Handel bereits weit verbreitet und beliebt, da die Bankdaten lediglich einmal gegenüber PayPal angegeben werden müssen. Für Online-Händler sind solche Systeme deshalb von Nutzen, da sie häufig auch mehrere Zahlungsmöglichkeiten aus einer Hand anbieten und daher ein geringerer Integrationsaufwand besteht. Aus rechtlicher Sicht sind beim Thema Zahlungsverkehr vor allem die sichere Übermittlung der Bankdaten sowie die Einhaltung der Datenschutzvorschriften wichtig. Außerdem muss der Kunde gem. § 1 Abs.1 Nr.9 BGB-InfoV vor Vertragsschluss über die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten informiert werden. Daher bietet es sich an, diese Informationen in die AGB mit aufzunehmen oder auf einer Informationsseite darauf hinzuweisen. Weiter muss der Kunde bei den Zahlungsoptionen Bankeinzug/ Lastschriftverfahren und Kreditkartenzahlung über den Abbuchungszeitpunkt des Rechnungsbetrages informiert werden. Auch nächste Woche geht unsere Servicereihe “Im Internet handeln, – aber sicher!” weiter. Das Thema der nächsten Freitagsausgabe lautet: „Probleme nach dem Verkauf“.Sollten Sie noch weiterführende rechtliche Fragen haben und eine Einzelberatung wünschen, dann stehen Ihnen die Rechtsanwälte Christian Solmecke und Otto Freiherr Grote von der Kanzlei Wilde & Beuger gerne unter der Telefonnummer 0221 951 563 0 oder per E-Mail an info@wbs-law.de zur Verfügung.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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