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Digitale Stadtarchiv-Rettung urheberrechtswidrig?

Nach dem Einsturz des Historischen Archivs am 3. März in Köln haben Wissenschaftler im Internet dazu aufgerufen, auf der URL http://www.historischesarchivkoeln.de Kopien, Abschriften, digitale Fotografien, Mikrofilme und Kopien zur Verfügung zu stellen, sodass unter dieser Internetpräsenz möglichst viele der möglicherweise verschütteten oder zerstörten Archivbestände katalogisiert und wieder zugänglich gemacht werden können.

Die Leiterin des Archiv, Dr. Bettina Schmidt-Czaia, hatte diese Initiative zunächst kritisiert und darin Urheberrechtsverletzungen gesehen. Sie hatte gefordert, die Dokumente dem Archiv direkt zu Rekonstruktionszwecken zur Verfügung zu stellen. Diese Aufforderung rief in vielen Teilen der Fachwelt Unverständnis hervor; zum Einen sei fraglich, worin der Urheberrechtsschutz in den meisten Fällen bestehen sollten, ende dieser doch spätestens 70 Jahre nach Tod des Urhebers. (§ 64 UrhG)
Zum anderen werde durch angesichts der Katastrophe unangemessenen Bürokratismus die Hilfsbereitschaft vieler Inhaber von Kopien und Fotografien gebremst.

Eine erste Verständigung zwischen den Beteiligten zielt nun auf eine vertragliche Grundlage für eine Überführung in ein „Bürgerarchiv“ ab.

Quellen:

Koeln.de

digitales Historisches Archiv Köln

Institut für Urheberrecht

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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